Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Norddeutschland Günther: „Schleswig-Holstein verneigt sich vor den Afghanistan-Veteranen“
Nachrichten Norddeutschland

Ministerpräsident Günther: „Schleswig-Holstein verneigt sich vor Afghanistan-Veteranen“

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:27 18.10.2021
Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident Schleswig-Holsteins, spricht bei einem Empfang von Landesregierung und Landtag für Einsatz-Rückkehrer aus Afghanistan zu den Soldaten in Kiel.
Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident Schleswig-Holsteins, spricht bei einem Empfang von Landesregierung und Landtag für Einsatz-Rückkehrer aus Afghanistan zu den Soldaten in Kiel. Quelle: Markus Scholz/dpa
Anzeige
Kiel

Schleswig-Holsteins Landesregierung und der Landtag haben am Montag in Kiel die abgeschlossene Afghanistan-Mission der Bundeswehr gewürdigt. Rund 200 Soldatinnen und Soldaten aus dem Land, die in den vergangenen 20 Jahren in Afghanistan stationiert waren, kamen laut Staatskanzlei auf Einladung von Ministerpräsident Daniel Günther und Landtagspräsident Klaus Schlie (beide CDU) zu einem Empfang. Die Teilnehmer gedachten auch der deutschen Soldaten, die in dem Einsatz starben. Nach Angaben der Bundeswehr vom Montag sind zwei Soldaten aus Schleswig-Holstein nicht lebend aus Afghanistan zurückgekehrt.

Region 20 Jahre stabilisiert

„Sie haben in Afghanistan im Auftrag der Regierung und mit dem Mandat des Parlaments Sinnvolles geleistet“, sagte Günther den Angaben zufolge. „Der dramatische Abzug soll nicht verdecken, dass mit Ihrem Einsatz eine Gesellschaft und eine Region über 20 Jahre stabilisiert worden sind.“ An die Rückkehrer gewandt, sagte der Regierungschef: „Schleswig-Holstein verneigt sich vor Ihnen! Sie alle verdienen die Anerkennung der Gesellschaft für Ihre Leistungen während des 20-jährigen Afghanistan-Einsatzes“.

ich.du.wir. // Der LN-Familien-Newsletter

News, Infos und Tipps rund um das Thema Familie – immer donnerstags um 8 Uhr in Ihrem E-Mail-Postfach.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Günther erinnerte daran, dass in den dramatischen Tagen nach dem Abzug mehr als 5300 Deutsche, Verbündete und afghanische Ortskräfte von der Bundeswehr aus Kabul gerettet wurden. Dass täglich viele tausend deutsche Soldaten in Auslandseinsätzen der Gefahr von Gefechten, Verwundung, Kriegstraumata und Tod ausgesetzt seien, werde oft verdrängt. Der CDU-Politiker wünschte sich mehr Aufmerksamkeit und Dankbarkeit der Gesellschaft.

Soldaten und Soldatinnen sitzen in Kiel bei einem Empfang von Landesregierung und Landtag für Einsatz-Rückkehrer aus Afghanistan an ihren Tischen. Gewürdigt werden soll der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan in den vergangenen 20 Jahren. Quelle: Markus Scholz/dpa

Für die Demokratie eingesetzt

Parlamentsvizepräsidentin Kirsten Eickhoff-Weber (SPD) bekundete den Dank des Landtags für die Verdienste der Soldaten um den bisher längsten und schwierigsten Einsatz der Bundeswehr. „Sie haben 20 Jahre lang Ideen von Demokratie, Gleichberechtigung und freiheitlichen Werten nach Afghanistan gebracht“, sagte sie. Diese Impulse klängen in der Bevölkerung nach.

Ortskräfte in Sicherheit bringen

Auch die SPD-Fraktionsvorsitzende Serpil Midyatli bedankte sich bei den Soldatinnen und Soldaten „für 20 Jahre aufopferungsvollen Einsatz in Afghanistan“. „Sie und ihre Angehörigen haben unseren Respekt und unsere Anerkennung für ihre Leistungen und den damit verbundenen Entbehrungen verdient.“ Midyatli gedachte ebenfalls derer, die im Einsatz getötet wurden oder körperlich versehrt oder traumatisiert aus dem Einsatz zurückgekehrten. Es sei dauerhafte Verpflichtung, sich um die Veteranen und ihre Angehörigen zu kümmern – auch wenn Afghanistan wieder die Schlagzeilen verlassen haben werde. Auch die Polizistinnen und Polizisten, die als Ausbilder in Afghanistan gewesen seien sowie zivile Aufbauhelfer und Ortskräfte hätten Dankbarkeit verdient. Es bleibe „unsere Verpflichtung, die zurückgebliebenen Ortskräfte in Sicherheit zu bringen“.

Von Marcus Stöcklin