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Norddeutschland Missbrauch in Flüchtlingsheim: Zwei Jahre Haft
Nachrichten Norddeutschland Missbrauch in Flüchtlingsheim: Zwei Jahre Haft
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22:10 15.09.2016
Kiel

Urteil im Prozess um den Missbrauch eines Vierjährigen in der Flüchtlingsunterkunft Boostedt (Kreis Segeberg) vom März 2016: Gegen den Hauptangeklagten (22) aus Afghanistan verhängte die Jugendstrafkammer des Kieler Landgerichts gestern zwei Jahre und vier Monate Freiheitsstrafe wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs. Sein wegen Beihilfe angeklagter Landsmann (29) wurde freigesprochen. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der 22-Jährige das Kind einer Familie aus dem Irak am späten Abend des 29. März in einer Toilettenkabine sexuell missbraucht hatte. Der Angeklagte bestritt den Vorwurf und behauptete, dem Jungen „nur beim Toilettengang“ geholfen zu haben.

„Die Beweislage ist eindeutig“, widersprach der Vorsitzende Richter Stefan Becker in der Urteilsbegründung. Den Ablauf habe der Vierjährige noch in der Tatnacht gegenüber der Polizei so berichtet und später als Zeuge im Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit bestätigt. Als wichtigen Tatbeweis wertete die Kammer eine am Angeklagten sichergestellte DNA-Spur des Jungen. Weil der Täter keine Gewalt angewendet habe, blieb die Kammer im Urteil nur wenig über der Mindeststrafe von zwei Jahren. Das Gericht erkannte auf volle Schuldfähigkeit. Im Gegenzug wurde der Mitangeklagte mangels dringenden Tatverdachts freigesprochen, sogar die Nebenklage plädierte auf Freispruch. gey

LN