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12:09 01.07.2019
Das Segelfliegen funktioniert nur mit Hilfe mehrerer Personen: Start und Position müssen per Funk weitergegeben werden, Flugzeiten notiert und die Seilwinde angezogen werden. Erst dann geht es hoch hinaus. Quelle: Fotos: J. Andreoli
Aukrug

Ein Ruck, dann geht es los: Von 0 auf 100 Stundenkilometer innerhalb von Sekunden. Elke Fuglsang-Petersen wird in den Sitz gedrückt. Es rumpelt und ruckelt, dann hebt das Segelflugzeug mit der Kennnummer D-5037 von dem Flugplatz in Aukrug bei Neumünster ab. Binnen Sekunden hat der Flieger eine Höhe von knapp 500 Metern erreicht.

„Dieses Gefühl beim Start, das kann man versuchen zu erklären, aber man muss es einmal gemacht haben, um zu verstehen, was wir hier tun.“ Elke Fuglsang-Petersen ist 51 Jahre alt. Die Haare hat sie zum Zopf gebunden, um ihren Hals baumelt ein filigranes Silberkettchen mit einem Segelflugzeug als Anhänger. Seit ihrem Studium vor knapp 30 Jahren ist die Beamtin dem Fliegen verfallen. Seit jeher verbringt sie ihre Wochenenden auf dem Flugplatz, ihre Urlaube in den Lüften. Ihr Mann Jochen Fuglsang-Petersen und zwei ihrer drei Kinder teilen ihre Leidenschaft. Mehr als 1500 Stunden Flugerfahrung hat sie in dieser Zeit gesammelt.

„Unser Sprit ist die Sonnenenergie“

„Die Kunst des Segelfliegens ist, dass man die Thermik so nutzt, dass man möglichst weit kommt. Unser Sprit ist die Sonnenenergie.“ Im Cockpit piept das Variometer. Das Gerät hilft Fuglsang-Petersen, Aufwindgebiete zu erspüren, ohne ständig die Technik im Auge behalten zu müssen. Je höher der Ton und je schneller das Piepen, umso schneller steigt auch das Flugzeug. „Schön hoch und dann abgleiten – das ist Segelfliegen.“

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Aber auch ohne den ständigen Blick auf die Instrumente ist ein Segelflug kein Spaziergang: „Man muss ständig Entscheidungen treffen: Welche Wolken bieten sich für mich an, wie komme ich höher? Wo kann ich im Ernstfall landen? Alles, was schief gehen kann, muss man bedenken. Da ist schon viel Konzentration gefragt.“

Auch Vögel machen sich die Thermik zu Nutze

Fuglsang-Petersen dreht eine Schleife. Der Flieger sackt ab, ein paar Meter nur. Während Einsteigern das Herz in Situationen wie diesen in die Hose rutscht, winkt die Pilotin nur lächelnd ab: „Man gewöhnt sich schnell an dieses Gefühl.“ Das Variometer piept noch immer gleichmäßig. Weit und breit scheint es keine günstigen Aufwinde zu geben. Zugvögel sind auch nicht zu sehen. Ein weiteres Zeichen dafür, dass es keine günstigen Winde gibt. Denn die Vögel machen sich die Thermik ebenfalls zu Nutze.

Elke Fuglsang-Petersen hat das Fliegerfieber gepackt. Beinahe jedes Wochenende verbringt sie über den Wolken von Aukrug bei Neumünster.

„Manchmal landet man schon nach wenigen Minuten wieder, weil man nicht richtig hoch kommt“, sagt Fuglsang-Petersen. Sie zuckt mit den Schultern: „Auch das gehört dazu.“ Die Laune aber lasse sich die Pilotin davon nicht verderben. „Ich habe damals mit dem Fliegen angefangen, weil ich nach dem Studium Abwechslung brauchte: Ich arbeitete in grauen Ministerien mit grauen Menschen. Da fragt man sich als junger Mensch schon – soll es das jetzt gewesen sein?“

Fliegen sei nicht grau, sondern farbenfroh. Und es mache den Kopf frei. „Es ging mir einfach darum, die Welt aus einer anderen Perspektive zu sehen.“ Fuglsang-Petersen dreht Schleife um Schleife, unter ihr liegen Felder in den verschiedensten Farbnuancen. „Da ist das Schwimmbad“, sagt sie und deutet mit dem Zeigefinger in die Ferne. „Und da hinten ist Neumünster.“

Das Segelflieger-Abc

Segelfliegen lerntman in der Regel in Vereinen, es gibt aber auch Flugschulen, an denen man das Fliegen erlernen kann. Eine Karte mit Flugplätzen finden Sie unter www.segelflug.de.

Das Fliegenist vor allem zeitaufwendig, aber auch nicht ganz billig. Durchschnittlich zahlen Vereinsmitglieder 500 bis 600 Euro.

Den Flugscheinkönnen Jugendliche ab 16 Jahren machen. Die Fluglehrer arbeiten meist ehrenamtlich, weswegen weithin keine zusätzlichen Gebühren anfallen.

Das Spannende am Fliegen sei, dass man immerzu neue Gegenden und Menschen kennenlerne. „Ich wurde schon manchmal von Fremden auf einen Kaffee eingeladen, weil ich bei einem Bauern auf dem Feld landen musste. Fast alle sind nett, neugierig und interessiert. Und am Ende sind es immer tolle Tage.“

Josephine Andreoli

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