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Norddeutschland XXXLutz steigt bei Dodenhof mit ein
Nachrichten Norddeutschland XXXLutz steigt bei Dodenhof mit ein
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07:14 18.10.2018
Das Dodenhof-Haus in Kaltenkirchen. Viele Schleswig-Holsteiner kaufen hier gerne ein.
Das Dodenhof-Haus in Kaltenkirchen. Viele Schleswig-Holsteiner kaufen hier gerne ein. Quelle: Christine Rudolf
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Kaltenkirchen

Neue Unruhe in der Möbelbranche im Norden: Die Firma Dodenhof gibt 75 Prozent ihrer Einrichtungshäuser in Kaltenkirchen und Posthausen bei Bremen an Mitbewerber XXXLutz ab. Erst vor wenigen Wochen hatte die österreichische Einrichtungshaus-Kette das familiengeführte Einrichtungshaus „Möbel Brügge“ in Neumünster übernommen.

Dodenhofs Erweiterungspläne wurden vom Land beschnitten

Dodenhof hatte sich auch in Kaltenkirchen zuletzt immer mehr zu einem Einkaufszentrum entwickelt. 2016 beschnitt das Land allerdings die Pläne der Firma, auch großflächig Schmuck, Spiel- und Elektrowaren zu verkaufen. Es wurde lediglich eine Erweiterung der Verkaufsflächen für Mode und Möbel um 6500 auf 55 000 Quadratmeter genehmigt, davon 40 000 für den Möbelverkauf. In Posthausen ist Dodenhof 120 000 Quadratmeter groß.

Zwei ungleiche Partner

Dodenhof bezeichnet sich selbst als Norddeutschlands größtes Shopping-Center. Am Stammsitz in Posthausen bei Bremen verfügt das Unternehmen über 120 000 Quadratmeter Verkaufsfläche mit breit gefächertem Sortiment. In Kaltenkirchen werden auf 40 000 Quadratmetern Möbel und auf rund 15 000 Quadratmetern Mode sowie Garten- und Grillzubehör verkauft. An beiden Standorten zusammen sind 2500 Mitarbeiter beschäftigt. Das Unternehmen wurde 1910 gegründet und wird derzeit in vierter Generation von der Familie Dodenhof geführt. Die österreichische XXXLutz-Unternehmensgruppe mit Sitz in Wels und Deutschland-Sitz in Würzburg betreibt 260 Einrichtungshäuser in elf europäischen Ländern mit über 22 000 Mitarbeitern. In Deutschland allein sind es 11 000 in 45 Einrichtungshäusern und 37 Mömax-Trend-Mitnahmemärkten. Der Jahresumsatz liegt nach eigenen Angaben bei über 4,2 Milliarden Euro.

An der Strategie hin zu einer „Shopping- und Erlebniswelt“ wolle man gerade auch nach dem Zusammengehen mit XXXLutz festhalten, heißt es vom Unternehmen. In Kaltenkirchen etwa betreibt Dodenhof neben dem Möbel- und dem Modehaus auch noch ein Gartencenter. „Wir sehen uns in der großen Verantwortung für die Standortsicherung und unsere Mitarbeiter und wollen mit unserem starken Partner XXXLutz stationär und digital weiter wachsen“, sagt Geschäftsführer Ralph Dodenhof. Alle betroffenen rund 800 Mitarbeiter – von insgesamt 2500 an den beiden Standorten – sollen in die neuen „XXXLutz dodenhof“-Gesellschaften übernommen werden, heißt es. Die österreichische Kette XXXLutz mit 260 Einrichtungshäusern in elf europäischen Ländern hat 22 000 Mitarbeiter und ist wie Dodenhof nach wie vor in Familienhand.

Pläne für ein Möbelhaus in Lübeck wurden schon 2009 begraben

Das Kartellamt muss dem Zusammenschluss allerdings noch zustimmen. Im Oktober 2001 hatte es noch so ausgesehen, als wolle Dodenhof selber im Norden kräftig expandieren. Damals kaufte die Firma ein 16-Hektar-Grundstück an der Baltischen Allee in Lübeck-Genin. Erst gab es Streitigkeiten mit einem anderen Immobilienentwickler. Dann wollte Dodenhof nicht mehr bauen. Jahrelang lag das Grundstück brach. Im Juli 2009 wurde ein Teil davon schließlich vom Dodenhof verkauft – an XXXLutz. 2011 verkauften die Österreicher schließlich an Möbel-Höffner weiter. Schließlich verkauften sowohl Höffner als auch Dodenhof ihren Grund an die Stadt Lübeck zurück. Jetzt hat dort der 3D-Drucker-Hersteller „SLM Solutions“ seinen Sitz.

Wolfram Hammer