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Norddeutschland Muss das Ehepaar Krause ausziehen?
Nachrichten Norddeutschland Muss das Ehepaar Krause ausziehen?
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20:10 27.02.2018
Der frühere Bundesverkehrsminister Günther Krause.
Der frühere Bundesverkehrsminister Günther Krause.
Neubrandenburg

Die Frau von Ex-Bundesverkehrsminister Günther Krause (64) muss im Streit um ein Bauernhaus an der Mecklenburgischen Seenplatte den Kaufpreis von 459 000 Euro bezahlen, oder die beiden müssen das Haus räumen. Das hat gestern Richter Steffen Seligmüller am Landgericht Neubrandenburg festgelegt. Zuvor einigten sich in einer Güteverhandlung über eine Stunde zwei Anwälte der Frau des Ex-Ministers, die als Käuferin des Hauses in Knüppeldamm bei Fincken aufgetreten war, und die früheren Eigentümer als Kläger auf einen entsprechenden Vergleich.

Der Kaufpreis soll bis 27. März 2018 gezahlt sein. Geschieht das nicht, müssten die Krauses das Anwesen bis 10. April räumen und samt damals übernommener Möbel im Wert von 10 000 Euro an die alten Besitzer zurückgeben, erklärte Seligmüller. Das Haus hat 300 Quadratmeter Wohnfläche.

Das Klägerpaar hat eine Firma für landwirtschaftliche Dienstleistungen in der Region bei Röbel. „Ich bin schrecklich enttäuscht vom Ex-Minister“, sagte der Kläger. Krause habe die Familie immer wieder hingehalten. Die Familie hatte ihr altes Bauernhaus, das 80 Jahre in Familienbesitz war, nur ungern verkauft. „Ich habe drei Jahre lang überlegt“, sagte die Klägerin. Aber man wollte aus Altersgründen nach Schleswig-Holstein umziehen und dort bauen. Dafür sollte das Geld aus dem Verkauf eigentlich sein.

Nach Angaben der Kläger sind die Krauses im April 2017 in Knüppeldamm eingezogen. Trotz wiederholter Beteuerungen sei der Kaufpreis nie gezahlt worden. Einmal hätte Krause eine Urkunde über „500 000 Vorzugsaktien zum Preis von je 10 US-Dollar“ übergeben. Das habe aber nichts genutzt. Die Urkunde gaben die Kläger vor Gericht an die Beklagten zurück. Ex-Minister Krause hatte dem „Nordkurier“ zuvor gesagt, es sei neben dem eigentlichen Notarvertrag ein zweiter Vertrag geschlossen worden, in dem alles ordnungsgemäß geregelt sei.

„Wir rechnen auch jetzt nicht damit, dass wirklich Geld fließt“, sagte der Anwalt der Kläger. Der Vergleich biete aber Rechtssicherheit.

LN