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Norddeutschland Kein Super-Jahr für die Karpfenzüchter
Nachrichten Norddeutschland Kein Super-Jahr für die Karpfenzüchter
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07:06 25.11.2018
Der Dürre-Sommer hat Schleswig-Holsteins Karpfenzüchtern unterschiedlich zu schaffen gemacht. Quelle: Christian Charisius/dpa
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Rendsburg

Besonders schlimm traf es in diesem Jahr Ursula Knutzen. Die Teichwirtin musste im Sommer gleich vier Fischadler "durchfüttern", sagte sie. Dazu kamen hungrige Kormorane. Und wenn das Wasser nur noch knietief war, kamen auch Graureiher, um durch die Teich zu waten und sich ihren Anteil an Karpfen zu holen.

"Wir haben nicht mal die Hälfte der erwarteten Menge aus den Teichen geholt." Und von denen war jeder zehnte Fisch verletzt. "Die hatten Narben oder tiefe, frische Kratzer. Die konnten wir so nicht verkaufen, nicht mal als Filet", sagte Knutzen. "Wir haben gedacht, dieser Sommer werde ein super Karpfen-Jahr, aber das war leider ein Trugschluss."

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"Holsteiner Karpfen" ist offiziell eine "regionale Spezialität"

Schleswig-Holstein ist das nördlichste Produktionsgebiet für Karpfen in Mitteleuropa. Der "Holsteiner Karpfen" ist als regionale Spezialität seit 2007 von der EU anerkannt und genießt Herkunftsschutz. Die zwei Dutzend Teichwirte im nördlichsten Bundesland stehen in hartem Wettbewerb vor allem mit Fischwirten aus Ostdeutschland und osteuropäischen Ländern.

Andere hatten mehr Glück. "Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen", sagte Teichwirt Gunnar Reese. Es hätte nicht länger so warm und so trocken bleiben dürfen. Unterm Strich habe auch er jedoch aus einigen seiner Teichen weniger Karpfen geholt als erhofft.

Von RND/dpa