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Norddeutschland Nach Zugunglück: Strecke erst am Donnerstag wieder frei
Nachrichten Norddeutschland Nach Zugunglück: Strecke erst am Donnerstag wieder frei
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15:18 14.05.2019
Alt Duvenstedt: Ein stark beschädigter Zug steht nach der Kollision mit einem Lastwagen auf den Gleisen. Bei dem Bahnunfall nahe Rendsburg sind mehrere Menschen verletzt worden. Quelle: Carsten Rehder/dpa
Alt Duvenstedt

Bei einem Zugunfall am 8. Mai sind in Alt Duvenstedt bei Rendsburg mehrere Menschen verletzt worden. Eine Regionalbahn hatte einen Schwerlaster gerammt, der auf einem Bahnübergang stehen geblieben war. Auch nach einer Woche läuft der Zugverkehr auf der Strecke Hamburg-Flensburg weiterhin nicht wie gewohnt.

Die Einschränkungen werden voraussichtlich bis einschließlich Mittwoch dauern, wie die Bahn am Dienstag mitteilte: „Wir gehen davon aus, dass die Strecke ab Donnerstag wieder uneingeschränkt befahrbar sein wird“, sagte eine Bahnsprecherin.

Großeinsatz am frühen Morgen bei Rendsburg in Schleswig-Holstein: Ein Zug stößt mit einem Lkw zusammen. Mehrere Menschen werden verletzt, ein Rettungshubschrauber ist im Einsatz.

Zahlreiche Züge fallen aus

Bis dahin fallen zahlreiche IC-Züge aus beziehungsweise verspäten sich. Fahrgäste in Richtung Dänemark müssen in Hamburg auf Busse umsteigen. Diese machen jedoch keinen Zwischenstopp in Rendsburg, hieß es.

Am 8. Mai war ein Regionalzug mit einem Schwerlaster auf einem Bahnübergang zusammengestoßen. Bei dem Unfall wurden sieben Menschen schwer und sechs leicht verletzt.

Warum die fünfachsige Sattelzugmaschine mit Tieflader auf dem Übergang stehengeblieben war, blieb zunächst unklar. Auf dem Tieflader stand eine 70 Tonnen schwere Arbeitsmaschine mit Kettenantrieb. Der Lastwagenfahrer habe sich kurz vor dem Unfall mit einem Sprung aus seinem Fahrerhaus gerettet, sagte der Sprecher der Bundespolizei. Der Zug entgleiste zum Teil.

Anwohner waren geschockt

Die Anwohner waren nach dem Unfall geschockt: „Das war der absolute Horror in der Morgenstunde“, sagte Anwohner Jochen Pahl. In seinem Vorgarten landete ein Radpaar mit Achse. Es war bei der Kollision vom Sattelauflieger abgerissen und flog wie ein Geschoss durch die Luft, touchierte Pahls Auto, krachte vor dem Haus auf den Boden und donnerte ans Badfenster im Erdgeschoss, so Pahls Schilderung. „Es bebte das ganze Haus.“

„Das wiegt bestimmt 200 Kilo“, sagt nach dem Unfall Anwohner Pahlmit Blick auf das Lkw-Radpaar mit Achse vor seinem Haus. Er hatte mit seiner Familie Angst, das Gebäude könnte noch massiver getroffen werden. Nachbarin Birgit Orda war ähnlich erschrocken wie viele Bewohner der idyllischen Gemeinde am Rande der Hüttener Berge nahe der A7 zwischen Rendsburg und Schleswig. „Ich habe einen Knall gehört und das Haus hat vibriert“, berichtet sie. „Zum Glück gab es keine Toten“, sagt ihr Mann, Bürgermeister Peter Orda. Er habe nun einen Strafantrag gegen Unbekannt gestellt – wegen Gefährdung des Bahnverkehrs.

dpa/RND