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Norddeutschland Boostedt bekommt die Justizvollzugsschule
Nachrichten Norddeutschland Boostedt bekommt die Justizvollzugsschule
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19:33 22.10.2019
Die ehemalige Rantzau-Kaserne in Boostedt: Einen Teil des Geländes übernimmt jetzt das Land, verlegt seine Justizvollzugsschule dorthin. Quelle: Wolfram Hammer
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Boostedt

Die Nachnutzung eines großen Teils der ehemaligen Boostedter Rantzau-Kaserne ist unter Dach und Fach. Die bisher in Neumünster ansässige Justizvollzugsschule wird noch im Oktober dort einziehen und einen Teil der Gebäude der bisherigen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge übernehmen. Das hat CDU-Justizministerin Sabine Sütterlin-Waack am Dienstag angekündigt.

Das Land bildet künftig mehr JVA-Bedienstete aus

Das Land mietet die Immobilie zunächst bis 2024 vom Bund. Man werde sich bemühen, das Gelände dem Bund dann abzukaufen, um die Justizvollzugsschule dauerhaft in Boostedt betreiben zu können, sagt die Ministerin. Sechs festangestellte Lehrer und 19 Dozenten sollen dort tätig sein. Sie werden vier Gebäude und eine Sporthalle nutzen. Es werden 52 Übernachtungsplätze geschaffen. Die Zahl der Ausbildungsplätze für den Strafvollzug wird zugleich auf 50 pro Jahr verdoppelt. Dadurch soll am Ende auch genügend Personal für die geplante Abschiebehaft-Einrichtung in Glückstadt zur Verfügung stehen.

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In Boostedt werde zudem ein großer Teil der Weiterbildungen für Justizbedienstete stattfinden, heißt es. Die Theorie-Ausbildung der Justizfachwirte für Gerichte und Staatsanwaltschaften soll künftig zudem statt in Lübeck in an der Verwaltungsakademie Bordesholm stattfinden. Man konzentriere die Justiz-Ausbildung damit auch verkehrsgünstig in der Landesmitte.

Ex-Rantzau-Kaserne: Die Bundeswehr ging 2015

Die Bundeswehr hatte die Rantzau-Kaserne in Boostedt im April 2015 verlassen. Danach waren dort in der Erstaufnahmeeinrichtung auf dem Höhepunkt der Flüchtlingsbewegung zeitweise fast 2000 Hilfesuchende untergebracht. Bis Ende dieses Jahres wird die Zahl der Flüchtlinge dort auf 500 sinken. Ende November 2024 wird die Erstaufnahme komplett nach Neumünster verlegt. Das übrige Kasernengelände soll in den nächsten Jahren in einen Wohn- und Gewerbepark umgewandelt werden.

Von Wolfram Hammer