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Norddeutschland Ausflug an den Sehlendorfer Binnensee
Nachrichten Norddeutschland Ausflug an den Sehlendorfer Binnensee
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10:48 15.08.2019
Von einer Aussichtsplattform haben Besucher ein guten Blick auf die verschiedenen Vogelarten im Naturschutzgebiet an der Hohwachter Bucht. Quelle: Foto: HFR
Hohwacht

Wenn der Wasserstand in der Ostseebucht bei Hohwacht steigt, fließt ein Teil des Meeres in den Sehlendorfer Binnensee und vermischt sich dort mit dem Süßwasser. Es strömt durch den Broeck, einen kleinen Wasserzulauf, und führt so zu wechselnden Salzkonzentrationen in dem Naturschutzgebiet: Manchmal überschwemmt die Ostsee große Teile der Landschaft, bei niedrigem Wasserstand fließt das Brackwasser hingegen zurück ins Meer. Diese Besonderheit der Natur führt zu einer sehr anpassungsfähigen und spannenden Tier- und Pflanzenwelt.

Durch die Überschwemmungen entstehen Brackwasser-Röhrichte und Salzwasserwiesen mit Kleintümpeln, die einen Salzgehalt wie in der Nordsee aufweisen. Dort wachsen robuste Pflanzen wie der Queller oder die Strandsode, die in ihren dicken, fleischigen Blättern und Stängeln über lange Zeit Flüssigkeit speichern können.

Der Queller hält die hohen Salzkonzentrationen in dem Naturschutzgebiet gut aus. Dank ihrer dicken, fleischigen Blätter kann die robuste Pflanze die aufgenommene Flüssigkeit über lange Zeit speichern. Quelle: Röder

Auch die Stranddistel, die am Sehlendorfer Binnensee in der Nähe des Strandhafers gedeiht, kann aufgrund der Eigenschaften ihrer dornig zugespitzten Blätter lange Durststrecken aushalten. Mit ihren langen Wurzeln holt sie sich Wasser aus den Tiefen der Erde. Im Sommer ist die stachelige Stranddistel zudem ein Magnet für Schmetterlinge.

Eine weitere botanische Besonderheit ist der Echte Eibisch, auch Salzmalve genannt. Denn die Pflanze kommt in Schleswig-Holstein äußerst selten vor, an dem Binnensee hingegen wächst sie zahlreich. Im Spätsommer erblühen auf den Salzwiesen und Salzweiden die blauvioletten Strandastern. Auf einem Strandwall hat sich zudem ein Trockenrasen mit wärmeliebenden Arten wie Silbergras und Sandsegge gebildet. Der Wall schirmt den einst aus einer Meeresbucht entstandenen Binnensee von der Ostsee ab. So bleibt der Broeck die einzige Verbindung zwischen See und Meer.

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Wanderweg mit Aussicht

Ein Wanderweg führt zu zwei Aussichtstürmen, von denen sich neben der Pflanzenwelt auch die verschiedenen Vogelarten in dem Naturschutzgebiet bestaunen lassen. Besonders beeindruckend ist das Synchronfliegen der Zwergmöwen.

Wanderweg mit zwei Aussichtsplattformen

Zwischen Sehlendorf und Hohwacht führt ein Wanderweg durch das Naturschutzgebiet Sehlendorfer Binnensee. Die Wanderung bietet die Möglichkeit, die unterschiedlichen Vogelarten und die besondere Pflanzenwelt zu beobachten.

Von zwei Aussichtsplattformen können Wanderer zudem große Teile des Gebietes bis hin zum Mündungsbereich des Broecks mit den Strandflächen und Dünen überblicken. Startpunkt ist der Parkplatz Sehlendorfer Strand. Von dort führt der Weg an der Platenbucht entlang, überbrückt anschließend den kleinen Wasserzulauf Broeck und setzt sich weiter nach Hohwacht fort.

Auf der Sandbank im Broeck suchen weitere Küstenvögel nach Nahrung: Vom Uferbereich aus können Besucher beobachten, wie Rotschenkel und Austernfischer mit ihren langen, spitzen Schnäbeln Seeringelwürmer, Krebse und Muscheln im weichen Sandschlick erbeuten. Sandregenpfeifer schnappen sich die Insekten direkt von der Sandoberfläche. Ende des Sommers bevölkern große Scharen von Zugvögeln das Naturschutzgebiet: Im August kommen hunderte Graugänse, Kiebitze und Goldregenpfeifer in das Naturschutzgebiet, bevor es wieder in den Süden geht. Für die Vögel auf der Durchreise ist der Sehlendorfer Binnensee ein wichtiger Nahrungs- und Rastplatz.

Von Alessandra Röder

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