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Norddeutschland Naturschutzgebiet Dummersdorfer Ufer: sattes Grün und seltene Arten
Nachrichten Norddeutschland Naturschutzgebiet Dummersdorfer Ufer: sattes Grün und seltene Arten
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07:37 01.08.2019
Das Dummersdorfer Ufer bietet schöne Ausblicke in die Natur. Spaziergänger können das Gebiet auf verschiedenen Wanderwegen erkunden.
Das Dummersdorfer Ufer bietet schöne Ausblicke in die Natur. Spaziergänger können das Gebiet auf verschiedenen Wanderwegen erkunden. Quelle: Saskia Bücker
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Lübeck

Zur Morgenroutine der Zauneidechse gehört ein ausgiebiges Sonnenbad. Das Reptil braucht die wärmenden Strahlen, um seinen Organismus auf „Betriebstemperatur“ zu bringen. Am Dummersdorfer Ufer fühlt sich die gefährdete Art wohl. Denn an den nach Südosten ausgerichteten Hängen in dem Naturschutzgebiet herrschen klimatische Bedingungen, die für Schleswig-Holstein einzigartig sind.

Durch jahrelange Weidewirtschaft ist eine Trockenrasen-Landschaft mit nährstoffarmen, sandig-kiesigen Böden entstanden, auf der auch sonnen- und wärmeliebende Pflanzen wie die Wiesen- Schlüsselblume oder die Stranddistel wachsen. Zwischen den Pflanzen flattern Schachbrettfalter, schwarz-weiß marmorierte Schmetterlinge, und summende Wildbienen.

Schachbrettfalter auf einer Witwenblume: Der schwarz-weiß marmorierte Schmetterling lebt in dem Naturschutzgebiet. Quelle: Wolfgang Buchhorn/hfr

Das Dummersdorfer Ufer ist ein vielfältiger Naturraum

Das Dummersdorfer Ufer hat jedoch weit mehr zu bieten als Trockenrasen-Flächen. Das Gebiet prägen sowohl Steilufer, Strände und Flachwasserzonen als auch Gehölze, Weiden, Feuchtwiesen und Weiher. Einst formte die Eiszeit geologische Formationen. Beispielsweise eine Bachschlucht, die aus diesem Zeitalter stammt. Die einzigartige Landschaft erstreckt sich am Westufer der Trave zwischen Travemünde und Kücknitz.

Seit 1958 steht das Gebiet unter Naturschutz, 1991 wurde es von 48 auf 340 Hektar erweitert. In dem Naturraum gibt es eine große ökologische Vielfalt mit zahlreichen seltenen und hoch spezialisierten Arten. Zudem hat das Dummersdorfer Ufer als Vogelschutzgebiet europaweit Bedeutung gewonnen.

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Wanderwege mit Ausblick führen durch das Naturschutzgebiet

Die satte, grüne Landschaft und die reiche Pflanzen- und Tierwelt machen das Dummersdorfer Ufer zu einem beliebten Ausflugsziel für Naturliebhaber. Durch das Gebiet ziehen sich zahlreiche Wanderwege. Daher eignet es sich sowohl für kurze Spaziergänge als auch für ausgiebige Wanderungen. Am Steilufer bieten sich den Besuchern schöne Ausblicke auf Land und Wasser. Zudem gibt es dort eine geologische Besonderheit zu entdecken: Baum- und Pflanzenwurzeln, die durch Kalk versteinert sind, sogenannte Osteokollen.

Auch eine Wanderung zum Aussichtsturm am Meeschenhaken lohnt sich. Von der Aussichtsplattform aus können Spaziergänger die Untertrave und das gegenüberliegende Traveufer in Mecklenburg erspähen. Am Hirtenbergweg gibt es neben Parkmöglichkeiten auch Raum für ein Picknick. Eine Radtour zu dem Naturschutzgebiet lohnt sich ebenfalls. Von Travemünde aus brauchen Radfahrer etwa eine halbe Stunde bis zum Dummersdorfer Ufer. Aufgrund der zahlreichen störungsanfälligen Arten sollten Besucher jedoch dringend auf den ausgewiesenen Wegen bleiben.

Infos zu Wandermöglichkeiten

In der Broschüre „Dummersdorfer Ufer“ empfiehlt der Landschaftspflegeverein fünf Wandermöglichkeiten mit unterschiedlichem Umfang. Das Faltblatt ist in der Naturstation am Resebergweg in Kücknitz erhältlich.

Zu den beliebtesten Ausflugzielen gehört das Stülper Huk, eine hakenartige Halbinsel mit kleinem Berg. Das Naturschutzgebiet erreichen Besucher am besten vom Hirtenberg in Kücknitz oder von der Dummersdorfer Feldmark aus.

Lesen Sie auch:zum Schutz der Natur – einige Wege am Dummersdorfer Ufer gesperrt

Der Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer betreut seit über 40 Jahren das Gebiet. Zu dem Verein gehören auch mehrere hundert Pommernschafe und Heidschnucken, die Weiden und Trockenrasen in dem Naturschutzgebiet pflegen. Interessierte können auf Führungen Wissenswertes über die Schafe lernen. Wer in der Nähe des Dummersdorfer Ufers verweilen möchte, hat in der Saison von Mai bis September die Möglichkeit, im Schafstall zu übernachten.

Alessandra Röder