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Norddeutschland „Grüner Brink“ auf Fehmarn: Geformt von der Ostsee
Nachrichten Norddeutschland „Grüner Brink“ auf Fehmarn: Geformt von der Ostsee
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07:33 25.07.2019
Wer die Bewohner des Naturschutzgebiets „Grüner Brink“ beobachten möchte, sollte ein Fernglas mitnehmen.   Quelle: Schwennsen
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Puttgarden

Der „Grüne Brink“ befindet sich auch heute noch im ständigen Wandel: Hochwasser und Meeresströmungen formen das Naturschutzgebiet ununterbrochen. Es bietet an der Nordküste Fehmarns einen besonderen Lebensraum für die Tier- und Pflanzenwelt.

Nach einer verheerenden Flutkatastrophe im Jahr 1872 beschlossen die Bewohner der Insel Fehmarn, sich zukünftig durch den Bau eines Deiches zu schützen. Diese Vorsichtsmaßnahme veränderte jedoch die Strömungsverhältnisse, sodass durch anlandenden Sand und Geröll Nehrungshaken entstanden. Deren Spitzen wuchsen landwärts und riegelten drei Standseen mit geringer Tiefe von der Ostsee ab.

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Die drei abgeschlossenen Binnenseen verlandeten mit der Zeit. Doch bei starkem Hochwasser fließt noch immer salziges Ostseewasser in die kleinen Strandseen. So hat die Dynamik der Ostsee in rund 100 Jahren die charakteristische Landschaft des „Grünen Brinks“ erschaffen.

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Optimale Bedingungen für Enten, Gänse und Watvögel

Das salzige Meer in Kombination mit einer reichen Ufervegetation bietet optimale Bedingungen für Wasservogelarten. Der Rothalstaucher mit seinem leuchtenden Federkleid fühlt sich in den abwechslungsreichen Strukturen der Strandseenlandschaft besonders wohl. Besucher können ihn dort beim Tauchen und Schwimmen beobachten.

Verschiedene Gänse- und Entenarten wie Säger leben ebenfalls hier. Mit ihren schlanken, sägeartigen Schnabelrändern sind sie besonders geschickte Jäger. Denn die Entenvögel können ihre Beute mit ihrem Schnabel besonders gut festhalten.

Cleverer Vogel: Die Säger wie dieser Gänsesäger haben einen hakenförmigen Schnabel, mit dem sie ihre Beute gut festhalten können. Quelle: LN-Archiv

In den schlammigen Flächen finden Watvögel genügend Nahrung: In dem weichen Untergrund tummeln sich viele Tierchen. Sie stochern mit ihren Schnäbeln durch den Schlamm und bedienen sich am Buffet der Natur. Über die Strandseen fliegen Möwen und Seeschwalben hinweg. Zugvögel rasten im Herbst auf ihrer Reise in den Süden in dem Gebiet. Insgesamt leben dort bis zu 170 Vogelarten.

Wandern im Grünen Brink

Eine drei Kilometer lange Wanderung führt über den Deich und am Strand entlang bis zum Denkmal des 1932 vor Fehmarn gesunkenen Schulschiffs „Niobe“.

Ausgangspunkt für den Spaziergang ist der Parkplatz am Badestrand Grüner Brink, etwa drei Kilometer westlich des Fährhafens von Puttgarden.

Weitere Informationen über die Landschaft und ihre Bewohner können Interessierte auch direkt beim Infozentrum des Nabus im Wasservogelreservat Wallnau, Wallnau 4, auf der Insel Fehmarn einholen.

„Grüner Brink“: Naturschutz auf 134 Hektar

Schon seit 1938 steht das Areal unter Naturschutz und erstreckt sich 2,5 Kilometer entlang der Küste der Insel Fehmarn. Insgesamt hat das Gebiet 134 Hektar und ist gut erschlossen. Auf einem Spaziergang durch den „Grünen Brink“ können Besucher die heimische Vogelwelt beobachten. Wer die fliegenden Bewohner ganz genau betrachten möchte, sollte ein Fernglas mitbringen.

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Betreut wird das Gebiet durch den Naturschutzbund (Nabu). Im Sommer bietet der Naturschutzwart auch Führungen durch die vielfältige Landschaft an, die so vielen verschiedenen Vogelarten ein Zuhause bietet.

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