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Norddeutschland Tausende Zwergschwäne rasten in Schleswig-Holstein
Nachrichten Norddeutschland Tausende Zwergschwäne rasten in Schleswig-Holstein
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12:48 09.03.2019
Bergenhusen: Wilde Zwergschwäne rasten auf einer Wiese.  Quelle: Carsten Rehder/dpa/Archiv
Neumünster

Die Zwergschwäne sind wieder da. Tausende der weißen Vögel sammeln sich jeden Vorfrühling in dem Feuchtwiesen-Gebiet an Eider, Treene und Sorge. Auf ihrem Flug in die arktischen Brutgebiete fliegen sie gezielt diese Region mit ihren zahlreichen Tümpeln und Teichen für einen mehrwöchigen Zwischenstopp an. "Die Region ist mittlerweile das bundesweit wichtigste Rastgebiet für den seltenen sibirischen Zwergschwan", sagt Martina Bode vom Naturschutzzentrum Bergenhusen im Kreis Schleswig-Flensburg.

Mit einer Körperlänge von bis zu 1,40 Meter und einem Gewicht von knapp acht Kilogramm ist der Zwergschwan nach Angaben des Naturschutzbunds Deutschland (Nabu) der kleinste der europäischen Schwäne. In der ETS-Region trifft er ab Mitte Februar in kleineren und größeren Trupps ein. Im vergangenen Frühjahr sei dort eine Rekordzahl von 5178 Vögeln gezählt worden, sagte Geschäftsführer Ingo Ludwichowski. Das entspreche einem Viertel der Gesamtpopulation.

Brutgebiete 4000 Kilometer entfernt

Auf ihrem Weg von den schneefreien Winterquartieren in Irland, England und den Niederlanden in die 4000 Kilometer entfernten Brutgebiete in der nordrussischen Tundra nutzen die Zwergschwäne erst seit Ende der 1970er Jahre die ETS-Niederung als Rastgebiet. "Hier finden die Tiere eine für sie wichtige Kombination aus offenem, feuchtem Grünland und nahegelegenen, störungsfreien Gewässern", erklärte Diplom-Biologin Bode.

In der dünn besiedelten Flusslandschaft können die Wasservögel tagsüber auf den weitläufigen, landwirtschaftlich genutzten Grünlandflächen sowie den feuchten Mooren mit großflächigen Röhrichten ungestört Gras und Klee fressen. Mit Einbruch der Dunkelheit fliegen sie zu ihren Schlafplätzen auf den Flussläufen und offenen Wasserflächen, wo sie vor Feinden sicher sind. Das Nebeneinander dieser beiden Lebensräume ist inzwischen sehr selten geworden und macht die Region so attraktiv für die wählerischen Vögel.

So erkennen Sie die Zwergschwäne

Zwergschwäne sind etwas kleiner als ihre bekannten Verwandten, die Höckerschwäne. Der auffälligste Unterschied ist ihr schwarz-gelb gemusterter Schnabel: Dieser ist individuell wie ein Fingerabdruck.

Schleswig-Holsteins Bauern haben mit den hungrigen Zwergschwänen übrigens keine Probleme. Da die Vögel das Vorjahres-Gras kurz halten, erwärmt sich der Boden im Frühjahr schneller. Damit beginnt auch das Wachstum der neuen Pflanzen früher. Meist ziehen die Schwäne weiter, bevor die Flächen beginnen wieder aufzuwachsen.

Von RND/dpa