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Norddeutschland Der südliche Priwall – ein Vogelparadies
Nachrichten Norddeutschland Der südliche Priwall – ein Vogelparadies
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06:03 18.07.2019
Für Wasser- und Zugvögel ist der „Südliche Priwall“ ein wichtiger Lebensraum – Spaziergänger können Tiere von dort aus gut beobachten. Quelle: C. Künzel
Travemünde

Graureiher staksen durch die Wasserlachen, Kraniche fangen Fische, neben ihnen landen Graugänse. Hunderte Wasser- und Watvögel bevölkern das Naturschutzgebiet „Südlicher Priwall“, es bietet den Zugvögeln eine Raststation auf der Durchreise.

Den gefiederten Bewohnern gefallen die vielfältigen Lebensräume in dem 149 Hektar großen Gebiet: Feuchtwälder, Sanddorngebüsche, Brackwasserröhrichte, Salzwiesenreste und Trockenrasen bewachsen die Halbinsel.

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Doch auch die 30 Hektar große Weide im Westteil der Halbinsel ist ein Vogelparadies. Seitdem der Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer für das Naturschutzgebiet verantwortlich ist, grasen dort Schafe und Ziegen. Heidschnucken und Pommernschafe halten Gras und Bewuchs kurz, ohne die Bodeneigenschaften zu zerstören.

So können auf der großen Wiese gefährdete Arten wie Schafstelzen, Kiebitze und Rotschenkel brüten. Diese Vögel finden heute nur noch selten einen geeigneten Lebensraum. Auf dem Priwall hat sich das geändert: In diesem Frühjahr wurden bereits 28 Jungvögel des Kiebitzes gezählt.

Entstehung der Halbinsel bei Travemünde

Der Priwall war ursprünglich ein für die Ostseeregion typischer Nehrungshaken. Er entstand aus Ablagerungen von feinen Sanden und Kiesen, die von den Steilufern der Lübecker Bucht stammen und durch die Meeresströmung transportiert wurden. Bis 1958 wurde der südliche Priwall durch künstliche Aufspülungen vergrößert. Der Bau eines Flugplatzes und die künstliche Aufforstung mit Hybridpappeln wirkte sich jedoch negativ auf den Naturraum aus. 1998 wurde die Bewirtschaftung im Wald aufgegeben.

Auf einem Rundweg können Spaziergänger das Naturschutzgebiet erkunden. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Wanderwege durch das Naturschutzgebiet

Ein Rundweg, der zum Teil über einen Holzsteg zwischen der Pötenitzer Wiek und den Salzwiesen liegt, führt Spaziergänger durch das Naturschutzgebiet.

Am südlichen Uferhaben Wanderer eine schöne Aussicht auf die Wasserflächen. Unterwegs können sie aber auch die seltenen Vogelarten beobachten.

Den neuen Hochsitz erreichen Besucher über den Wanderweg vom Fliegerweg aus oder über die Strecke, die entlang der Trave und der Pötenitzer Wiek führt.

Weitere Artikel über den Priwall lesen Sie auf unserer Themenseite.

Seit über 20 Jahren Naturschutzgebiet

Seit über 20 Jahren bildet der südliche Teil des Priwalls zusammen mit dem Flachwasserbereich Pötenitzer Wiek das Naturschutzgebiet „Südlicher Priwall“. Seitdem werden die Flächen nach dem Prinzip der naturnahen Waldwirtschaft entwickelt, sodass sich heimische Baum- und Pflanzenarten wie Sanddorn, Wildrosen und Weiden wieder verstärkt ansiedeln konnten.

Naturfreunde können den Lebensraum der Tierwelt auf dem Priwall auch aus einer besonderen Perspektive betrachten. Seit Kurzem gibt es an den Salzwiesen auf der Halbinsel eine neue, zwei Meter hohe Beobachtungsplattform. Ein weiterer Aussichtsturm steht an der Pötenitzer Wiek.

Neben den zahlreichen Vogelarten leben auch Fledermäuse in dem Gebiet auf der Halbinsel. Während sich die gefiederten Tiere von den beiden Aussichtstürmen von einer erhöhten Position aus beobachten lassen, können Besucher bei einem Spaziergang auch auf dem Boden einiges entdecken: Laubfrösche, Ringelnattern und Libellen fühlen sich in dem Naturschutzgebiet ebenfalls wohl.

Alessandra Röder

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