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Norddeutschland Pendler-Züge nach Hamburg: Bahn verspricht mehr Platz
Nachrichten Norddeutschland Pendler-Züge nach Hamburg: Bahn verspricht mehr Platz
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07:50 30.04.2019
Torsten Reh, Leiter der DB Regio AG in Schleswig-Holstein und Verkehrsminister Bernd Buchholz nach der Vertragsunterzeichnung im Lübecker Hauptbahnhof. Quelle: Olaf Malzahn
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Lübeck

Gestern unterzeichneten Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) und Torsten Reh, Leiter der DB Regio AG in Schleswig-Holstein, den neuen Verkehrsvertrag für das „Elektronetz Ost“. Er soll 13 Jahre lang gelten.

„Wir können den Menschen in der Region echte Verbesserungen bieten“, freute sich Buchholz. Dies beginne schon bei der Qualität der 18 neuen elektrischen Doppelstocktriebwagen, die zwischen Hamburg und Lübeck-Travemünde Strand verkehren sollen. Es handelt sich um den Typ KISS der Firma Stadler „Der Mercedes der Branche“, lobte der Minister.

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72 Fahrrad-Stellplätze

Ein Zug, der aus einem vierteiligen Triebwagen bestehe, biete 405 Sitzplätze und 36 Fahrrad-Stellplätze in den Eingangsbereichen, erklärte Jan Glienicke vom Verkehrsverbund Nah.SH. „Davon werden zwischen Lübeck und Hamburg immer zwei aneinandergekoppelt, so dass sich die Zahl der Sitzplätze von jetzt 802 auf insgesamt 810 erhöht. Deutlicher steigt die Zahl der Fahrrad-Stellplätze, nämlich von bisher 18 auf 72. Die Züge bieten ein Reservierungssystem und WLAN, das künftig auch an den Stationen zur Verfügung stehen soll.

Auch der Service werde besser, sagte Glienicke. Statt nur einem Kundenbetreuer sollen in den Zügen zwei eingesetzt werden.

38 Minuten von Lübeck nach Hamburg

Im Halbstundentakt sollen die Züge zwischen Lübeck und Hamburg verkehren und zwar werktags von 5 bis 24 Uhr und an Wochenenden zusätzlich bis 23 Uhr. Zur Erweiterung des Angebots seien zusätzliche „Sprinterzüge“ geplant, die zur Hauptverkehrszeit kurz vor den Regelzügen abfahren sollen und von Lübeck nach Hamburg in nur 38 Minuten mit maximal einem Zwischenstopp durchfahren. „Die Strecke ist eine der wichtigsten im Land“, stellte Buchholz fest. Die normale Fahrzeit dauert etwa 45 Minuten und wird sich nicht ändern.

„Die Züge von Lübeck-Travemünde fahren künftig alle bis Hamburg durch, so dass Fahrgäste nicht mehr im Lübecker Hauptbahnhof umsteigen müssen“, kündigte Buchholz an. An den Sommerwochenenden sollen die Züge sowohl nach Travemünde Strand als auch nach Neustadt (Holstein) im Halbstundentakt fahren.

Doppelstockbusse mit WLAN

Während des Baues der Schienenverbindung für die feste Fehmarnbelt-Querung, der 2022 nördlich von Neustadt beginnen soll, will die Bahn auf der Linie LübeckPuttgarden einen „hochwertigen Busverkehr im Stundentakt mit sechs neuen, doppelstöckigen Reisebussen des Typs S 531 DT“ anbieten. Die barrierefreien Busse böten unter anderem Toiletten, WLAN, ein Reservierungssystem und viel Stauraum für Gepäck. Ob tatsächlich schon 2022 gebaut werde, sei indes unklar, so Glienicke.

Buchholz hob hervor, es komme nun darauf an, dass die Bahn den Vertrag auch pünktlich umsetze. Andernfalls sei eine Vertragsstrafe von zunächst 3,7 Millionen Euro fällig. „Wir werden Sie nicht enttäuschen“, versicherte Reh. Lübecks Wirtschaftssenator Sven Schindler (SPD) freute sich. „Ein guter Tag für Lübeck, ein guter Tag für alle Pendler.“

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