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18:00 17.03.2019
In Hamburg leuchtet natürlich das neue Wahrzeichen, die Elbphilharmonie. Quelle: Fotos: FILMVERLEIF/ImFIlm
Lübeck

 Friedlich legt sich die Dunkelheit über das Land. Hier und da gehen erste Lichter in den Häusern an, dann folgen die Straßenlaternen, und schließlich breitet sich Ruhe aus. Es ist Nacht, die meisten Menschen schlafen – und doch passiert in diesen Stunden so viel im Norden: Krabbenfischer fahren aufs Meer, Forscher gehen in den Wald, Landwirte starten ihre Mähdrescher. Die Nacht ist ihr Tag – aber was genau sie in diesen Stunden machen, wissen die wenigsten Menschen. Vor allem wissen die wenigsten, welche besonderen Herausforderungen die Nacht an Mensch und Natur stellt.

Spezialkameras und Drohnen

All das zeigt nun der neue, sehr aufwendig gedrehte Film „Norddeutschland bei Nacht“, der ab 21. März in die Kinos kommt. Mit dem Hubschrauber und besonders lichtempfindlichen Spezialkameras und Drohnen sind Regisseur Marcus Fischötter und sein Team im vergangenen Jahr über den Norden geflogen und haben das nächtliche Leben eingefangen. Hinweg über Städte wie Lübeck, Rostock, Kiel oder Hamburg und vorbei an Ölplattformen, Raffinerien und hell erleuchteten Industriebauten. „Der Norden bei Nacht ist ein schillerndes Lichtermeer“, sagt Fischötter.

Neben den Luftaufnahmen, die das Spiel von Licht und Dunkelheit einfangen, stellt der Film aber auch Menschen vor, die in und mit der Dunkelheit arbeiten. „Das ist das Besondere an dieser Dokumentation“, sagt der 56-jährige Regisseur. „Dass wir nicht nur von oben gefilmt haben, sondern auch ganz nah unten bei ungewöhnlichen Protagonisten waren, um ihre Geschichte zu erzählen.“

So macht Krabbenfischer Andreas Thaden nachts auf der Nordsee die besten Fänge, während die Lichtdesignerin Ulrike Brandi einen Pavillon in den Herrenhäuser Gärten in Hannover illuminiert. Der Astrologe Andreas Haenel sucht in einem Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern nach größtmöglicher Dunkelheit, um einen Sternenpark einzurichten. Und der Biologe Detlef Kolligs kümmert sich in der Barker Heide bei Bad Segeberg um gefährdete Nachtfalter. „Dieser Forscher zum Beispiel hat sich nachts ein ganz besonderes Lichtfeld im Wald aufgebaut, um Nachtfalter anzulocken und zu zählen“, erzählt Fischötter. „Das sieht von oben sehr schön wie auch skurril aus, wenn in der Dunkelheit plötzlich der Wald beleuchtet wird.“

Sehen Sie hier einige Bilder aus dem neuen Film.

Lübeck sieht aus wie eine Blüte

Auch Lübeck kommt in dem Film vor. Die Altstadtinsel zum Beispiel, sagt Fischötter, sehe aus wie ein „wunderschöner Blütenkelch“, der vom Wasser umrandet ist. Auch die JVA Lauerhof sei von oben ein besonderer Hingucker, weil sie so hell beleuchtet ist. „Das hat im Falle einer Haftanstalt sicher keinen ästhetischen Hintergrund“, sagt Fischötter, „aber es sieht auf seine Art sehr schön aus“.

Auch Lübeck wird in dem Film von oben und bei Nacht gezeigt. Quelle: imFilm

Was sich für die Zuschauer wie ein Film bei Nacht darstellt, war für die Macher eine ganz besondere Herausforderung: „Es ist nicht leicht, Bilder in der Dunkelheit einzufangen“, erzählt Fischötter. „Oft ergab sich für eine Aufnahme nur ein ganz bestimmtes Zeitfenster, um das richtige Licht und die richtige Einstellung zu haben.“ Und dann durfte nichts schiefgehen. Der Flugplan musste eingehalten und der Sprit musste bedacht werden – und das Wetter natürlich auch.

Bilder von Sylt bis Osnabrück

Aber der Aufwand hat sich für das Hamburger Filmteam gelohnt: „Es gibt eine Menge Dinge, die nachts im Norden passieren – und die sehen von oben noch einmal ganz anders aus“, sagt Fischötter. Gute 90 Minuten ist sein Film lang, den er in Kooperation mit dem NDR gemacht hat, und er zeigt ein breites Spektrum an Bildern von Sylt bis Osnabrück. „Wir haben die Spots nicht nach bestimmten Kategorien ausgesucht, sondern nur danach ausgewählt, wie sie beleuchtet waren und was für eine Rolle sie in der Nacht spielen“, sagt Fischötter. Herausgekommen ist ein Film mit selten schönen Aufnahmen, die das Land noch einmal von einer ganz eigenen Seite zeigen.

Regisseur Marcus Fischötter

Regisseur Marcus Fischötterwurde 1962 geboren und studierte Politik und Geschichte an der FU Berlin. Das TV-Handwerk lernte er unter anderem bei Spiegel-TV und dem NDR.

Seit 1996 arbeitet der Hamburgerfreiberuflich und ist Autor zahlreicher preisgekrönter Dokumentationen.

Sein Film „Norddeutschland bei Nacht“läuft ab dem 21. März in ausgewählten Kinos – in Lübeck ist es das Koki in der Mengstraße. Weitere Infos unter: www.kinokoki.de

Schabnam Tafazoli

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