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Norddeutschland Nicht verschlossene Armatur löst Ölunfall auf Kavernengelände aus
Nachrichten Norddeutschland Nicht verschlossene Armatur löst Ölunfall auf Kavernengelände aus
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18:30 18.11.2013
Mit einer Ölsperre versucht man am 18.11.2013 bei Etzel (Niedersachsen) am Friedeburger Tief Öl, das nach einem Ölunfall in einem unterirdischen Speicher ausgetreten ist, am weiterfließen zu hindern.
Mit einer Ölsperre versucht man am 18.11.2013 bei Etzel (Niedersachsen) am Friedeburger Tief Öl, das nach einem Ölunfall in einem unterirdischen Speicher ausgetreten ist, am weiterfließen zu hindern.        Quelle: dpa
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Auf dem Gelände der IVG Caverns GmbH in Etzel in der Gemeinde Friedeburg (Landkreis Wittmund) ist am Sonntagmittag eine größere Menge Rohöl ausgelaufen. Der Betreiber informierte umgehend das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG). Das LBEG hat als zuständige Aufsichtsbehörde die Untersuchungen zur Schadensursache aufgenommen und die Unteren Wasserbehörden der betroffenen Landkreise Wittmund und Friesland sowie die Gemeinde Friedeburg in Kenntnis gesetzt. Die Staatsanwaltschaft Aurich hat die Ermittlungen aufgenommen.

Der Schadensfall ereignete sich oberirdisch auf einem so genannten Sammelplatz der IVG, der über Tiefbohrungen mit mehreren unterirdischen Speicherkavernen verbunden ist. Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen war eine Entlüftungsarmatur an einer Betriebsleitung mit einem Durchmesser von knapp zehn Millimetern nicht vollständig verschlossen. "Es handelte sich also nicht um eine Undichtigkeit an einer unterirdischen Speicherkaverne", sagt Andreas Beuge, Sprecher vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie.

Das Rohöl ist auf den Sammelplatz der Kavernenanlage ausgelaufen, unklar ist derzeit noch, in welcher Menge. Am Sonnabendnachmittag hatte es eine Kontrolle auf dem Gelände gegeben, bei der noch keine Auffälligkeiten festgestellt wurden. "Das Rohöl kann daher über einen Zeitraum von maximal 20 Stunden ausgetreten sein", so Beuge. Das Rohöl sei über das Entwässerungssystem des Betriebsplatzes in das angrenzende Vorflutersystem und von dort in das Friedeburger Tief gelangt. Es verteilte sich auf einer Länge von etwa sechs Kilometern in den Gewässern.

Die Entlüftungsarmatur an der Betriebsleitung wurde nach Feststellung des Schadens sofort geschlossen. "Die Einsatzkräfte errichteten umgehend Ölsperren und begannen mit der Entfernung des ausgetretenen Rohöls aus dem Gewässer und nahmen den verunreinigten Boden auf." Die Betreibergesellschaft hat einen unabhängigen Gewässerschutzgutachter mit der Erstellung eines Sanierungskonzeptes in Absprache mit den zuständigen Behörden – dem LBEG und den beiden betroffenen Landkreisen Wittmund und Friesland - beauftragt. Ein Personenschaden ist nicht entstanden.

Das LBEG ist Bergbehörde für Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein und Hamburg sowie Geologischer Dienst für Niedersachsen. Die Aufgabenwahrnehmung erfolgt fachlich-neutral und wirtschaftlich unabhängig. Das LBEG überwacht die Bergbaubetriebe in Bezug auf Sicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz. Im Sinne der Daseinsvorsorge sichert das LBEG dauerhaft die Kenntnisse über Georessourcen und stellt diese bereit.

Hintergrund:
In der IVG Kavernenanlage Etzel in der Gemeinde Friedeburg werden Erdöl und Erdgas unterirdisch gespeichert. Die Speicher sind durch Leitungen an das Energieversorgungs-netz angeschlossen und dienen der Versorgungssicherheit. Bei dem aktuellen Vorfall handelt es sich um Rohöl, das bei der Solung von neuen Kavernen eingesetzt wird, um eine kontrollierte Hohlraumentwicklung sicherzustellen.