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20:10 29.06.2018
Das „Ohana“ in Lübeck ist komplett rauchfrei, wie Mitarbeiterin Zeynep Ari (28) demonstriert. Quelle: Fotos: Lutz Roessler
Berlin/Lübeck

„Die Leute akzeptieren einfach, dass da, wo gegessen wird, nicht geraucht werden darf“, berichtet Jan Stobbe (27) vom Kartoffelspeicher in Lübeck. In dem Restaurant an der Obertrave müssen Gäste zum Rauchen nach draußen. „Das ist überhaupt kein Problem.“ Essen und rauchen, das passe nicht zusammen, sagt Stobbe. Auch im Kneipenrestaurant Alte Schmiede herrscht Rauchverbot. „Nur noch ganz wenige Gäste fragen nach. Es hat sich herumgesprochen, dass hier nicht geraucht werden darf“, erzählt Mitarbeiterin Shakiba Jafarkhan (23). Sogar Stefani Hettmer (57) – selbst Raucherin – empfindet es als „angenehm, dass Restaurants und Büros nicht mehr so verqualmt sind“. Allerdings sei es „unangenehm bis erniedrigend, wenn kein Raucherplatz vorgesehen ist“, klagt sie. Rauchen werde immer mehr verschmäht.

Vor zehn Jahren konnte sich kaum jemand vorstellen, dass Gastronomie trotz Rauchverboten funktionieren kann. Heute können sich viele Gastwirte und Gäste kaum noch vorstellen, sich einnebeln zu lassen. Das Rauchverbot ist zur Selbstverständlichkeit geworden.

Im Herbst 2017 hatte das Bundesgesetz zum Nichtraucherschutz ein Rauchverbot in öffentlichen Einrichtungen wie Behörden, und Gerichten sowie im öffentlichen Personenverkehr verhängt. Zum 1. Juli 2008 war bundesweit das Verbot von Zigaretten, Zigarren oder Pfeifen in Gaststätten eingeführt worden. Das wird in den Bundesländern allerdings unterschiedlich umgesetzt. Ein absolutes Rauchverbot in Gaststätten herrscht nur in Bayern, Nordrhein- Westfalen und dem Saarland. Die meisten Bundesländer, so auch Schleswig-Holstein, gestatten den Gaststätten abgetrennte Raucherräume. Ausgenommen vom Rauchverbot sind Kneipen mit einer Fläche von weniger als 75 Quadratmetern, die keine zubereiteten Speisen anbieten.

Die Betriebe hätten sich mit dem Gesetz arrangiert, sagt Stefan Scholtis, Hauptgeschäftsführer des Dehoga-Landesverbandes in Schleswig-Holstein. Beschwerden erreichen ihn nicht. So manch ein Betriebsinhaber frage sich sogar, wie er das früher ausgehalten habe. „Möbel, Gardinen – alles hatte Zigarrettengeruch und musste viel öfter gereinigt werden. Da sehen wir einen sehr positiven Aspekt für die Betriebe.“

Aus Sicht von Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) hat sich der Nichtraucherschutz in den Gaststätten bewährt. „Für viele ist es selbstverständlich geworden, dass Rauch und Essen nicht zusammen passen.“ Die Normalität des Rauchens sei aus dem Blick, findet Katrin Schaller vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. „Raucher, das sind jetzt die, die in der Kneipe vor der Tür stehen müssen und am Bahnhof nur in die gelb markierten Kästchen dürfen.“ Laut Umfragen finden heute bis zu 80 Prozent der 18- bis 25-Jährigen eine rauchfreie Umgebung gut.

Sicher ist, dass sich die Rauchfrei-Gesetze positiv auf das Herz-Kreislauf-System auswirken. „Es erholt sich am schnellsten, wenn nicht mehr gequalmt wird – bei Rauchern und Passivrauchern“, erläutert Schaller. In Bremen ließ sich in einer Studie nachweisen, dass die Zahl der Klinik-Einweisungen wegen akuter Herzinfarkte in den Monaten nach dem Rauchverbot spürbar sank.

Von Julia Paulat

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