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Norddeutschland Kardiologie: Asklepios-Klinik baut Kooperation aus
Nachrichten Norddeutschland Kardiologie: Asklepios-Klinik baut Kooperation aus
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13:20 09.12.2019
Die Asklepios-Klinik in der Oldesloer Schützenstraße. Quelle: hfr
Bad Oldesloe

Die Asklepios-Klinik Bad Oldesloe baut ihre Kooperationen bei der Behandlung von herzkranken Patienten weiter aus. Neben der strategischen Partnerschaft mit dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, wird das Oldesloer Krankenhaus ab Januar eine Zusammenarbeit mit der Asklepios-Klinik Nord in Hamburg-Heidberg starten.

Ziel ist es laut einer Mitteilung, die Qualität im Bereich der Bad Oldesloer Kardiologie weiter auszubauen und die medizinische Versorgung von schwerstkranken Herzpatienten zu verbessern. Die Kooperation sei eine Erweiterung zu der sogenannten 24/7-Herzkatheter-Bereitschaft, mit der in der Asklepios-Klinik Bad Oldesloe eine Versorgung von Patienten mit Herzinfarkt rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr möglich ist.

Cardiac Arrest Center

„Über 100 000 Menschen erleiden in Deutschland jährlich einen plötzlichen Herzstillstand. Trotz aller notfall- und intensivmedizinischen Bemühungen überleben nur wenige Menschen dieses akute Ereignis. Ein großer Anteil derer, die es schaffen, den plötzlichen Herztod zu überleben, haben jedoch leider bleibende Hirnschäden“, erklärt Professor Dr. Alexander Ghanem, Chefarzt der Kardiologie und internistischen Intensivmedizin in der Asklepios-Klinik Nord, der bereits in zwei Kliniken ein sogenanntes Cardiac Arrest Center etabliert hat, um reanimierte Notfallpatienten mit einem interdisziplinären Netzwerk so schnell wie möglich optimal zu versorgen. Dabei ist auch eine mobile Herz-Lungen-Maschine Teil des umfassenden Versorgungskonzepts.

Chefarzt geht nach Hamburg

Zum Start der Kooperation wird Professor Dr. Alexander Ghanem die verantwortliche Leitung der Kardiologie in Bad Oldesloe übernehmen und die erforderlichen Strukturen für die Kooperation aufbauen, bis er im Sommer nächsten Jahres die Leitung an einen neuen Chefarzt für Kardiologie übergeben wird. Der bisherige Chefarzt der Oldesloer Kardiologie, Dr. Frank Hennersdorf, wechselt zum Jahresbeginn an die Schön-Klinik in Hamburg-Eilbek.

Das sagt die Gewerkschaft

Ist die neue Kooperation nun eine wirkliche Verbesserung? Oder steckt dahinter doch die Einsparung von Personal? „Nach Rücksprache mit vor Ort tätigen Kollegen gibt es zumindest keine deutlichen Hinweise auf Personalabbau“, erklärt Verdi-Gewerkschaftssekretär Michael Stock aus Hamburg. „Es gibt aber dazu noch betriebliche Gespräche, da die genaue Ausstattung beziehungsweise die Kooperation nicht auf allen Ebenen klar ist.“

Stock rechnet im gesamten Krankenhauswesen damit, dass künftig weitere Bereiche zentralisiert werden, um auf bestimmte Fallzahlen zu kommen. „Das ist eine bundesweite Entwicklung. Ob es tatsächliche Verbesserungen sind, hängt dann häufig von lokalen Gegebenheiten ab“, so der Gewerkschafter.

„Ich freue mich über die neue Kooperation, durch die die Qualitätsstandards der Asklepios-Klinik Nord auch den Herzpatienten in Bad Oldesloe zugutekommen. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die Behandlung eines Herzstillstands und die Betreuung nach einem Herzstillstand in einem Cardiac Arrest Center die Prognose von wiederbelebten Patienten verbessern kann“, sagt Dr. Klaus Schmolling, Geschäftsführer der Asklepios-Klinik Bad Oldesloe. „Das Angebot ist eine optimale Ergänzung zu unserer 24-Stunden-Interventionsbereitschaft, die an 365 Tagen im Jahr in unserem eigenen Herzkatheterlabor zur Verfügung steht, um Patienten mit Herzinfarkten oder Infarktsymptomen durchgehend zeit- und ortsnah zu behandeln.“

Gerüchte um Schließung

Im Rahmen der Kooperation sei auch ein Personalaustausch unter den beteiligten Kliniken angedacht, um die Versorgungsqualität nachhaltig zu optimieren. So können ärztliche Mitarbeiter zu Weiterbildungszwecken am jeweils anderen Haus eingesetzt werden.

In Bad Oldesloe waren zuletzt Gerüchte um weitere Kündigungen aufgekommen, ja sogar von einer angeblichen Schließung der Kardiologie war die Rede. „Da ist rein gar nichts dran“, sagt Asklepios-Sprecher Mathias Eberenz und verweist auf die Investitionen, die der Konzern erst vor vier Jahren in Bad Oldesloe getätigt hat.

Zwei Ärzte haben gekündigt

„Es ist allerdings richtig, dass neben Dr. Hennersdorf noch eine weitere Fachärztin aus der Kardiologie gekündigt hat“, sagt Geschäftsführer Schmolling. „Wir freuen uns aber, dass wir bereits eine Facharztstelle ab November und zwei weitere Oberärzte ab Anfang des Jahres nachbesetzen können. Im Sommer nächsten Jahres werden wir auch die Stelle des Chefarztes der Kardiologie neu besetzen.“

Professor Dr. Alexander Ghanem übernimmt die Leitung der Kardiologie in Bad Oldesloe, um die erforderlichen Strukturen für die Kooperation aufzubauen. Quelle: hfr

Von mc

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