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Norddeutschland Pannen-Marschbahn: Kiel will Pendler entschädigen
Nachrichten Norddeutschland Pannen-Marschbahn: Kiel will Pendler entschädigen
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22:10 23.02.2018
Die Marschbahn rollt auch über den Hindenburgdamm nach Sylt. Zuletzt hatte es immer wieder Probleme gegeben.
Die Marschbahn rollt auch über den Hindenburgdamm nach Sylt. Zuletzt hatte es immer wieder Probleme gegeben. Quelle: Foto: Carsten Rehder/dpa
Kiel

Kiel. Der Bahnverkehr nach Sylt rollt immer noch viel zu holprig. Verärgert darüber zeigten sich im Kieler Landtag Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) und Sprecher aller Fraktionen. Der Landtag beschloss einstimmig einen Forderungskatalog an die Deutsche Bahn und appellierte an die Landesregierung, Vertragsverletzungen seitens der Bahn „unmittelbar zu sanktionieren“.

Buchholz gab bekannt, er habe schon Nägel mit Köpfen gemacht und der Bahn einen vertraglich nicht vorgesehenen Sondermalus angekündigt. Für jeden Monat, in dem die Pünktlichkeitsquote unter 90 Prozent bleibe, wolle das Land 250 000 Euro einbehalten und für jeden Monat mit mehr als einem Prozent Zugausfall 100 000 Euro.

In der vierten Kalenderwoche habe die Quote nur 48,4 Prozent betragen, sagte Buchholz. Danach sei sie gestiegen, aber immer noch deutlich unter den vertraglich vereinbarten 93 Prozent geblieben. Für Februar wolle das Land jetzt den Sondermalus realisieren und diesen notfalls auch juristisch ausfechten, sagte Buchholz. Er kündigte zudem für 2017 einmalige Entschädigungen für Pendler auf der Strecke Itzehoe–Westerland an: 50 Euro für Monatskarteninhaber der 2. Klasse, 75 Euro für die 1. Klasse.

Nach dem von den Koalitionsfraktionen CDU, Grüne und FDP eingebrachten Forderungskatalog des Landtags sollen die Züge deutlich pünktlicher sowie Reparatur- und Personalkapazitäten verbessert werden.

Die Bahn hatte selbst vor kurzem einen Sieben-Punkte-Plan als Besserungskonzept vorgestellt. Die Situation der Marschbahn, die das Festland mit Sylt verbindet, ist nach Ansicht einer Pendlerinitiative immer noch desolat. Deren Sprecher Achim Bonnichsen listet die Probleme auf: akuter Fahrzeugmangel, Unpünktlichkeit, technische Probleme wie defekte Klimaanlagen, Bremsen oder Türen. Zudem fielen Züge aus, weil sich Zugführer kurzfristig krankmeldeten und niemand einspringen könne. Das Pendlerproblem könnte sich laut Achim Bonnichsen demnächst weiter verschärfen: „Die Saison geht wieder los.“

LN