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Norddeutschland Pedelecs: Warum gibt es immer wieder schwere Unfälle?
Nachrichten Norddeutschland Pedelecs: Warum gibt es immer wieder schwere Unfälle?
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19:00 28.10.2019
Ein Rettungswagen im Einsatz. Quelle: dpa
Timmendorfer Strand/Bornhöved

Drei Pedelec-Fahrer sind am Sonntagmorgen bei Unfällen schwer verletzt beziehungsweise getötet worden. Ein älteres Ehepaar war mit seinen Elektrofahrrädern unterwegs, als es in Bornhöved (Kreis Segeberg) hinter einer Linkskurve zum Zusammenstoß mit dem Honda Jazz einer 79-Jährigen kam. Die beiden Pedelec-Fahrer stürzten – die Ehefrau wurde nach Polizeiangaben schwer, der Mann (79) tödlich verletzt. Beide trugen keinen Helm.

In Timmendorfer Strand stürzte ebenfalls am Sonntag ein 82-jähriger E-Bike-Fahrer, laut Polizei offenbar ohne Fremdverschulden. Er schlug mit seinem Kopf auf der Betonkante des Gehwegs auf und verletzte sich lebensgefährlich. Ob er einen Helm trug, gab die Polizei nicht an.

Besser mit Helm

Obwohl der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) keine Helmpflicht für Radfahrer fordere, könne es auf einem Pedelec sinnvoll sein, einen Kopfschutz zu tragen, sagt ADFC-Landesgeschäftsführer Carsten Massau in Kiel. Die polizeiliche Unfallstatistik 2018 verzeichne zwar einen Rückgang schwerer Autounfälle, aber eine leichte Zunahme bei den Fahrradunfällen.

„Es häufen sich auch Pedelec-Unfälle, nicht selten mit älteren Fahrern.“ Viele Senioren, die sich für ein Pedelec entscheiden, seien zuvor länger nicht Rad gefahren. „Und dann geht es gleich mit einem so schnellen Gerät wieder los.“ Wie zügig die Elektrogefährte vom Fleck kämen, sei auch vielen Autofahrern nicht bewusst. „Man unterschätzt das. Gerade in Abbiege-Situationen.“ Hinzu komme das Herbstwetter mit Laub und Dunkelheit. Für Radfahrer bestehe Rutschgefahr, was Anlass zu besonderer Vorsicht geben müsse.

Unsichere Straßen

Frederik Meißner vom Kieler Landesverband Nord des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) verweist auf die Sicherheitsmängel, die auf den Straßen im Land an vielen Stellen bestünden. „Einige Kommunen haben einen großen Nachholbedarf, was eine sichere Infrastruktur angeht.“ Immer noch fehlten Radwege, viele Kreisverkehre seien lebensgefährlich. „Auch in Lübeck gibt es da leider ein bekanntes Beispiel.“

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