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Norddeutschland Plakat-Aktion ruft junge Eltern zu Handy-Auszeiten auf
Nachrichten Norddeutschland Plakat-Aktion ruft junge Eltern zu Handy-Auszeiten auf
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22:10 21.10.2016
Lübeck

Smartphones haben unser Leben in den letzten zehn Jahren gehörig umgekrempelt. Nicht immer verlief dieser Wandel reibungslos. Und derzeit scheint sich ein neuer Trend zu entwickeln: Offenbar ziehen immer häufiger Kinder im Ringen um die elterliche Aufmerksamkeit gegen Smartphones den Kürzeren. In Mecklenburg-Vorpommern startete deswegen in dieser Woche die Kampagne „Medien-Familie-Verantwortung“. Sie richtet sich mit zwei Plakatmotiven gezielt an junge Eltern, „Auszeiten“ vom Handy zu nehmen und den Kindern uneingeschränkte Aufmerksamkeit zu schenken. Der Slogan lautet: „Heute schon mit Ihrem Kind gesprochen?“

Birgit Grämke von der Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen erklärt: „Erzieherinnen beobachten zunehmend, dass Eltern ihre Kinder aus der Kita abholen und den Blick dabei kaum vom Display lassen. Viele Eltern machen das unbewusst. Wir wollen sie daher sensibilisieren.“ Landesweit werden die Plakate in Kitas aufgehängt und etwa 30000 Postkarten in Gaststätten ausgelegt.

Grämke sieht die Gefahr, dass Kinder keine gesunde Bindung zu ihren Eltern aufbauen könnten und eine Technikfixierung entwickelten. „Smartphones haben Suchtpotenzial“, betont die Projektleiterin.

Daher sei es wichtig, dass Eltern einen bewussten Umgang mit der neuen Technik vorleben.

Auch Eltern in der Region haben diese Entwicklung bereits beobachtet – zum Beispiel Mütter und Väter, die sich auf dem Spielplatz lieber um ihr Handy als um den Nachwuchs kümmern. „Man muss gucken, wann die Nutzung sinnvoll ist und wann nicht“, sagt die 34-jährige Kassiererin Nina Spies. „Manchmal ist ein Smartphone praktisch, manchmal einfach nur nervig.“ Sie selbst nutzt es auch, um für ihre elfjährige Tochter erreichbar zu sein.

Smartphones prägen den Alltag, ein besonderes Phänomen wurde 2015 gar zum „Jugendwort des Jahres“ gewählt: „Smombie“. Die Wortkomposition aus Smartphone und Zombie meint einen Menschen, der von seiner Umwelt nichts mehr mitbekommt, weil er nur noch auf sein Smartphone starrt. Nun rückt auch der gesundheitliche Einfluss der Mobiltelefone in den Fokus. Denn der „Handy-Nacken“ ist auf dem Vormarsch, verursacht durch den ständigen Blick nach unten aufs Smartphone (siehe unten).

„Diese Entwicklung fällt richtig auf“, sagt Klaus Rathke. „Ich sehe jeden Tag Jugendliche in dieser Haltung durch Lübeck laufen.“ Der 65-Jährige ist selbstständig, nutzt das Handy vorwiegend fürs Geschäft. Vor allem telefoniert er damit.

Maxine Bentien geht ohne ihr Handy nicht aus dem Haus. Für ihren Vater Lutz ist daher ein Handyverbot oftmals das äußerste Mittel zum Zweck. „Wenn ich etwas durchsetzen will, geht das nur über das Smartphone“, betont er. Die 15-Jährige hat das Gerät oft in der Hand: mit Freunden chatten, Musik hören oder die neuesten Nachrichten abrufen. Nachts hat das Smartphone allerdings Funkstille und kommt in ein anderes Zimmer. „Wegen der Strahlung“, sagt Maxine.

Jan Dresing

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