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Norddeutschland Herausforderin Fegebank: Senkrechtstarterin mit großen Ambitionen
Nachrichten Norddeutschland Herausforderin Fegebank: Senkrechtstarterin mit großen Ambitionen
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22:30 24.01.2020
Die Zweite Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin, Katharina Fegebank (Bündnis 90/Die Grünen), tritt als Bürgermeisterkandidatin der Grünen zur Hamburger Bürgerschaftswahl an. Am 23. Februar 2020 wird in der Hansestadt gewählt. Quelle: Markus Scholz/dpa
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Hamburg

Katharina Fegebank hat einen Lauf – nicht erst seit die Grünen in Wahlergebnissen und Umfragewerten Erfolge feiern. Erst seit 2004 bei den Grünen, wurde sie schon vier Jahre später Hamburgs jüngste Parteichefin, 2011 Bürgerschaftsabgeordnete. Seit 2015 bestimmt sie als - damals ebenfalls jüngste – Zweite Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin die Geschicke der Hansestadt an entscheidender Stelle mit. Aber sie will mehr: Hamburgs erste Erste Bürgermeisterin werden, denn noch nie stand eine Frau an der Spitze des Hamburger Senats.

Generell legen die Grünen viel Wert auf Parität – vielleicht zieht die Aussicht auf eine Bürgermeisterin ja auch beim Wähler? „Ich kann mir vorstellen, dass das ein Kriterium für den einen oder die andere sein kann“, sagt die 42-Jährige, die vor einem Jahr gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten, dem Unternehmer Mathias Wolff, Zwillinge bekam.

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Im Frühjahr führte Fegebank übergangsweise den Senat

Erfahrung als Rathauschefin konnte sie davor schon sammeln: Als Ex-Bürgermeister Olaf Scholz im Frühjahr 2018 bereits als Vizekanzler und Finanzminister nach Berlin gegangen, sein Nachfolger Peter Tschentscher aber noch nicht ins Amt gewählt worden war, übernahm Fegebank interimsweise die Führung des rot-grünen Senats. „Und da hatte ich schon das Gefühl, dass dies die Fantasie einiger durchaus beflügelt hat, zu sagen: Das ist doch gar keine völlig abwegige Vorstellung, dass in Hamburg auch mal eine Frau Erste Bürgermeisterin ist und dass es auch nicht der Untergang des Abendlandes wäre, wenn die Grünen eine stärkere Verantwortung in der Rolle tragen würden.“

Diese Einschätzung sieht sie durch die hohen Zustimmungswerte und die Wahlerfolge auch bei den Europa- und Bezirksversammlungswahlen bestätigt, aus denen die Grünen im Mai 2019 in Hamburg als stärkste Kraft vor der SPD hervorgingen.

„Ich möchte der Verzagtheit mehr Mut entgegensetzen“

Bei der Wahl am 23. Februar will sie Amtsinhaber Tschentscher nun ablösen – und sagt dem Koalitionspartner damit den Kampf an. „Ich möchte mit Leidenschaft, Optimismus und unbedingtem Gestaltungswillen noch mehr aus dieser Stadt herausholen und der Verzagtheit, die wir manchmal spüren, mehr Mut entgegensetzen“, verspricht Fegebank, die als Vertreterin der Realos gilt und die rot-grüne Koalition 2015 als Parteivorsitzende selbst mit ausgehandelt hatte.

Den heißen Wahlkampf sieht Fegebank als „Mammutprogramm, das man zu absolvieren hat“. Heutzutage dürfe das aber auch für eine Mutter mit zwei kleinen Kindern kein Problem sein. Zwar habe sie das „ganz große Glück, eine tolle familiäre Unterstützung zu haben, auch aus dem Freundeskreis“, sagt sie. Heutzutage sei es aber „mein Anspruch und meine Erwartung auch an mich selbst als Führungsfrau, dass das in Einklang zu bringen sein muss“.

Die Bargteheiderin kam Anfang 2004 zu den Grünen

Geboren in Bad Oldesloe, wuchs Fegebank in der Kleinstadt Bargteheide auf und kam Anfang 2004 in Berlin zu den Grünen. Zuvor hatte sie in Freiburg und Berlin Politik, Jura und Europawissenschaften studiert und als Projektmanagerin für eine Nichtregierungsorganisation sowie als Projektleiterin im Präsidium der Leuphana-Universität Lüneburg gearbeitet.

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Von fet/dpa