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Norddeutschland Problemwolf: Jetzt spricht der betroffene Schafhalter
Nachrichten Norddeutschland Problemwolf: Jetzt spricht der betroffene Schafhalter
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16:26 14.11.2019
Landwirt Stefan Jungesblut (43) mit seinen Schafen. Zwei wurden gerissen. Quelle: privat
Ahrensbök

Nachdem seit Mittwoch klar ist, dass die beiden Ende Oktober in Schwochel bei Ahrensbök (Ostholstein) gerissenen Schafe auf das Konto von Problemwolf „GW924m“ gehen, hat sich jetzt Stefan Jungesblut (43), der Halter der getöteten Tiere, zu Wort gemeldet. „Ich hatte fünf Schafe – vier Mutterschafe und einen Bock – auf der Weide, die mitten im Ort liegt“, sagt er. „Der Wolf ist nachts hier ins Dorf gekommen. Er hat keine Scheu vor dem Menschen.“

Das Raubtier müsse die Schafe von weitem gesehen, gewittert und sich dann angenähert haben. Der Wolf überwand auch den Sicherungszaun. „Ich habe gleich gesehen: Das war ein Profi“, schildert Jungesblut seinen Eindruck. „Ein Schaf lag tot da, eins war weg. Das habe ich erst später tot im Wald gefunden.“

Schäfer hofft auf schnelle Entschädigung

Jungesblut, der 30 Mutterschafe und Rinder hält, sieht den Vorfall einigermaßen gelassen. Er hofft, dass seine Entschädigung schnell und unbürokratisch bezahlt wird. Mit dem Wolf müsse man inzwischen nun mal leben, meint er. „Man muss ihn vergrämen. Ich habe deshalb eine Blitzer-Lampe angebracht.“

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Dennoch sorgt sich der Landwirt um seine Tiere und befürchtet, dass sich der Wolfs-Angriff wiederholen könnte. „2016 war schon einmal ein Wolf bei meinen Tieren.“ Sollte das Risiko sich letztlich als zu groß erweisen, müsse er die Schafhaltung vielleicht aufgeben, überlegt Jungesblut. „Ich habe sie für die Landschaftspflege, aber notfalls werde ich sie eben abschaffen.“

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Von Marcus Stöcklin

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