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Norddeutschland Klinikmorde: Högel räumt weitere Taten ein und belastet Kollegen
Nachrichten Norddeutschland Klinikmorde: Högel räumt weitere Taten ein und belastet Kollegen
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14:15 21.11.2018
Niels Högel, angeklagt wegen Mordes an 100 Patienten an den Kliniken in Delmenhorst und Oldenburg, sitzt am zweiten Prozesstag neben seiner Anwältin Ulrike Baumann im Gerichtssaal. Quelle: Mohssen Assanimoghaddam/dpa
Oldenburg

Der Klinikmörder Niels Högel hat möglicherweise versucht, viel mehr Patienten in den Kliniken Oldenburg und Delmenhorst zu töten als bisher bekannt. Am zweiten Prozesstag am Mittwoch vor dem Landgericht Oldenburg sagte der Ex-Krankenpfleger aus, dass er die meisten Patienten, denen er tödliche Medikamente gespritzt habe, auch wieder reanimieren konnte. „Die Mehrheit der Reanimationen war erfolgreich, das war dann auch die Motivation“, sagte Högel. Der 41-Jährige ist in dem Prozess in 100 Mordfällen angeklagt. Wegen sechs anderer Taten wurde er bereits verurteilt.

Högel deutete auch weitere Tötungen an, die in diesem Prozess gar nicht angeklagt sind. Danach wurde bei der ersten Patientin, die der Ex-Pfleger im Februar 2000 getötet haben soll, der Wirkstoff Lidocain gefunden – der nicht ärztlich verordnet war. „Aus meiner Erinnerung habe ich damals mit Kaliumchlorid begonnen.“ Högel sagte zudem, er gehe nicht davon aus, dass er zwischen Februar und Juli 2000 eine Pause gemacht habe. „Das kann ich mir nicht vorstellen.“ Aus diesem Zeitraum sind keine Fälle angeklagt.

Högel belastet Krankenhaus-Kollegen

Richter Sebastian Bührmann befragte Högel am Mittwoch zunächst detailliert zu den Mordvorwürfen im Klinikum Oldenburg. In einem Fall bestritt der Ex-Pfleger die Tat, obwohl bei dem verstorbenen Patienten der Wirkstoff Aijmalin nachgewiesen wurde, mit dem Högel später Patienten im Klinikum Delmenhorst getötet hatte. „Das ist einer von wenigen Patienten, wo ich sagen kann, dass ich keine Manipulationen vorgenommen habe.“ Högel deutete an, dass eine Kollegin das entsprechende Medikament verabreicht haben könnte. Er wolle keine Kollegen anprangern, aber eine Kollegin habe den Ruf gehabt, sich um bestimmte Patienten „zu kümmern“. Es sei vorgekommen, dass Kollegen von sich aus Medikamente injiziert haben, erklärte Högel. In einem anderen Fall, bei dem Högel eine Manipulation zugab, belastete er einen Arzt. Dieser habe die Patientin bei der Reanimation so schwer verletzt, dass sie gestorben sei.

Högel soll in den nächsten Prozesstagen zu allen 100 Mordvorwürfen aussagen. Bei den ersten Fällen konnte er sich am Mittwoch teilweise gut an die Patienten und die Tat erinnern – die meisten davon räumte er auch ein. Der Prozess soll bis zum Mai 2019 laufen.

Von RND/Marco Seng

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