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Norddeutschland RKI: Hohe Inzidenzen bei Kindern und Jugendlichen – SH kaum betroffen
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RKI: Hohe Inzidenzen bei Kindern und Jugendlichen – SH kaum betroffen

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07:00 16.10.2021
Insgesamt bewertet das RKI die Lage bei den Infektionszahlen derzeit als stagnierend.
Insgesamt bewertet das RKI die Lage bei den Infektionszahlen derzeit als stagnierend. Quelle: Tom Weller/dpa
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Lübeck

Das Robert Koch-Institut (RKI) registriert in einzelnen Regionen Deutschlands besonders viele Corona-Ansteckungen bei Kindern und Jugendlichen. In acht Landkreisen und einer kreisfreien Stadt liege die Sieben-Tage-Inzidenz derzeit bei den 10- bis 19-Jährigen bei mehr als 500, berichtet das RKI anlässlich des Corona-Wochenberichts. Betroffen sind die Länder Bayern, Brandenburg und Thüringen, wo der Kyffhäuserkreis sogar eine Inzidenz von über 1000 in der besagten Altersgruppe aufweist.

Bundesweit sei laut RKI die Sieben-Tage-Inzidenz vergangene Woche in den Altersgruppen unter 20 Jahren allerdings im Vergleich zur Woche zuvor leicht gesunken. Die Werte bei Menschen über 20 Jahren stiegen hingegen leicht an.

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Corona-Inzidenz von Jugendlichen im Kreis Stormarn über 50

In Schleswig-Holstein sind die Corona-Infektionszahlen bei Kindern und Jugendlichen vergleichsweise niedrig. Im Kreis Stormarn liegt die Inzidenz bei den 10- bis 19-Jährigen zwischen 50 und 100, in den Kreisen Herzogtum Lauenburg, Segeberg, Ostholstein und in der Hansestadt Lübeck darunter. „Die Gesamtinzidenz des Kreises Stormarn ist im Kreisvergleich in den letzten Tagen mit am höchsten, sodass die Wahrscheinlichkeit einer Infektion auch bei der genannten Altersgruppe ansteigt“, sagt Dr. Edith Ulferts, Leiterin Fachbereich Soziales und Gesundheit beim Kreis Stormarn.

Es sei bei den beschlossenen Lockerungen grundsätzlich eine höhere Übertragungswahrscheinlichkeit gegeben, „insbesondere in Hinblick auf das Kontaktverhalten in der genannten Altersgruppe“. Die hohen Corona-Zahlen im Kreis Stormarn seien auf mehrere Ausbrüche bei Großfamilien zurückzuführen, ansonsten sei das Ausbruchsgeschehen diffus. „Ausbrüche innerhalb des Schulsettings wurden vor Ferienbeginn nicht verzeichnet“, sagt Ulferts.

Corona in Schulen: 636 Schulausbrüche wurden dem RKI gemeldet

Bundesweit wurden dem RKI in den vergangenen vier Wochen allerdings 636 Schulausbrüche übermittelt – wegen möglicher Nachmeldungen seien insbesondere die vergangenen zwei Wochen aber noch nicht zu bewerten. Bereits seit einiger Zeit werden zahlreiche Corona-Infektionen insbesondere bei Kindern ab dem Schulalter und bei Jugendlichen festgestellt. Die Impfquote bei 12- bis 17-Jährigen ist noch wesentlich niedriger als bei Erwachsenen. Kinder und Jugendliche erkranken zwar deutlich seltener schwer an Covid-19 als ältere Menschen, es gibt aber noch offene Fragen rund um Langzeitfolgen.

Kaum Minderjährige auf Intensivstationen wegen Corona

Auf den Intensivstationen zeichne sich über die vergangenen Wochen ein Plateau bei den Fallzahlen von Patientinnen und Patienten mit Covid-19 ab, so das RKI weiter. Momentan werden dort knapp 1400 daran erkrankte Erwachsene versorgt. Das Divi-Intensivregister gibt den Anteil von minderjährigen Betroffenen mit 0,7 Prozent an (Stand 14. Oktober).

In den Gruppen ab 70 Jahren, für die die Ständige Impfkommission (Stiko) mittlerweile eine Auffrischungsimpfung empfiehlt, fallen die Inzidenz-Anstiege laut RKI größtenteils leicht aus. Größer ist er vor allem bei den Hochaltrigen über 90 Jahre – der Wert stieg von 39 auf 48 von vorvergangener auf vergangene Woche. Im höheren Alter falle die Immunantwort nach Impfungen insgesamt geringer aus und Impfdurchbrüche könnten häufiger auch zu einem schweren Verlauf führen, hieß es kürzlich in der Stiko-Begründung zu den Booster-Impfungen.

RKI: Stagnierende Corona-Zahlen, aber auch deutliche Anstiege in einigen Bundesländern

Insgesamt bewertet das RKI die Lage bei den Infektionszahlen derzeit als stagnierend. Die Entwicklungen in den einzelnen Bundesländern unterscheiden sich allerdings. Deutliche Anstiege verzeichneten im Vergleich der beiden vergangenen Wochen Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und das Saarland.

Von Hannes Lintschnig