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Norddeutschland Rattengift darf im Lokal nicht offen herumstehen
Nachrichten Norddeutschland Rattengift darf im Lokal nicht offen herumstehen
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07:00 24.05.2019
Experten legen Rattengift in geschlossenen Behältern aus. Quelle: Florian Grombein
Lübeck

Ein Restaurantbesuch in Hannover hätte für den Hund einer Familie beinahe tödlich geendet. Das Tier fraß aus einem in einem Lokal aufgestellten Näpfchen mit einer schwarzen Paste – dabei handelte es sich um Rattengift. Der Hund musste zum Tierarzt, der Restaurantbetreiber entschuldigte sich bei der Familie. Dies berichtete die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“.

Ein Einzelfall? „Grundsätzlich sind die Gastronomen verpflichtet, in ihren Lokalen Schädlingsbekämpfung vorzunehmen“, erklärt der Geschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Schleswig-Holstein, Thorsten Ohm. Allerdings haben sich seit einigen Jahren die Vorschriften dafür verschärft: Nur Personen mit einem entsprechenden Sachkundenachweis dürfen Köderfallen in Gaststätten auslegen. Die meisten Wirte lassen daher professionelle Schädlingsbekämpfer kommen, berichtet Ohm.

Größere Säugetiere und Kinder dürfen nicht an Gifte gelangen

Die Giftköder befinden sich in speziellen Depotboxen, wie etwa kleinen Röhrchen, damit sie ausschließlich für Nagetiere zugänglich sind. „Größere Säugetiere oder Kinder dürfen dort nicht rankommen“, sagt Ohm. Dass Näpfe mit Gift, wie jüngst bei dem Fall aus Hannover, offen herumstehen, hält der Dehoga-Geschäftsführer für grob fahrlässig.

Er sieht allerdings auch die Hundehalter in der Pflicht: „Sie müssen ihre Tiere beaufsichtigen und bei Restaurantbesuchen am besten anbinden. Zwar kann man nicht unbedingt damit rechnen, dass die Hunde im Lokal auf Giftköder stoßen, man sollte dennoch dafür sensibilisiert sein. Besondere Sorgfalt gilt an Autobahn-Raststätten, da dort verstärkt Giftköder ausliegen können.“

Stadt Lübeck führt Kontrollen durch

In Lübeck habe es einen solchen Fall wie in Hannover bisher noch nicht gegeben, teilt die Stadtverwaltung auf Anfrage mit. „Alle Lebensmittelbetriebe, hierzu zählen auch gastronomische Betriebe, sind gemäß EU- und bundesrechtlichen Vorschriften zur Eigenkontrolle verpflichtet. Bestandteil des Eigenkontrollsystems ist auch ein Monitoring auf Schädlingsbefall beziehungsweise die Bekämpfung von Schädlingen“, erklärt die städtische Pressesprecherin Nicole Dorel die rechtlichen Grundlagen. Die Lebensmittelüberwachung der Stadt kontrolliere, ob die Betriebe ihrer Verpflichtung nachkommen und setze gegebenenfalls Maßnahmen durch, die der Lebensmittelsicherheit dienen.

Fünf Kontrolleure für rund 880 Gaststätten in Lübeck

Fünf Lebensmittelkontrolleure überprüfen dabei die Küchen, Lagerräume und Personaltoiletten von rund 880 Gaststätten in der Hansestadt – einschließlich Schankwirtschaften, Imbisse und Eisdielen. Bereiche wie Gasträume und Außenanlagen werden von der Lebensmittelüberwachung hingegen nicht überprüft.

Sollte es in einem Betrieb zu Problemen mit Schädlingen kommen, müsse eine professionelle Bekämpfung durch einen Kammerjäger beauftragt werden, der nach den Regeln und Vorgaben des Schädlingsbekämpfungsgesetzes arbeite, sagt Dorel zu dem Vorgehen.

Sebastian Musolf

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