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Norddeutschland Razzia gegen Schleuser in Hamburg: Pastor als Hauptverdächtiger verhaftet
Nachrichten Norddeutschland Razzia gegen Schleuser in Hamburg: Pastor als Hauptverdächtiger verhaftet
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19:19 10.10.2019
Polizeibeamte führen mit Handschellen einen festgenommenen Mann nach einer Razzia in ab. Quelle: Paul Zinken/dpa/Symbolfoto
Hamburg

Mit einem Großaufgebot ist die Bundespolizei in Hamburg gegen mutmaßliche Schleuser vorgegangen. Rund 100 Beamte waren am Donnerstag im Einsatz, wie die Bundespolizei mitteilte. Die Aktion richtete sich gegen eine deutsch-ghanaische Tätergruppe.

Den Beschuldigten mit deutscher oder ghanaischer Staatsangehörigkeit wird vorgeworfen, überwiegend Menschen aus dem westafrikanischen Land auf dem Luftweg eingeschleust und mit falschen Papieren versorgt zu haben. Die Beamten verhafteten den mutmaßlichen Haupttäter, ein Pastor, und vollstreckten mehrere Durchsuchungsbeschlüsse.

Für die illegalen Einreisen sollen die Schleuser echte Dokumente von in Hamburg lebenden Ghanaern genutzt haben, sowie ghanaische Reisepässe, die sie durch Falschbeurkundung erlangten. Die Täter sollen auch gestohlene Blankodokumente und Aufenthaltstitel verwendet haben.

Mit neuer Identität ausgestattet

Nach ihrer Ankunft in Hamburg seien die Geschleusten mit einer neuen Identität ausgestattet worden, um illegal Arbeit aufnehmen zu können. Die Schleuser sollen von den Afrikanern jeweils bis zu 9000 Euro kassiert haben.

Der deutsche Hauptbeschuldigte ghanaischer Herkunft sei der Bundespolizei bereits in vorangegangenen Ermittlungen aufgefallen, hieß es. Zunächst soll er als Pastor in einer christlichen Glaubensgemeinschaft in Hamburg gearbeitet haben.

Da sein Arbeitsvertrag nicht verlängert wurde, gründete er den Angaben zufolge eine neue Religionsgemeinschaft, ebenfalls mit Sitz in Hamburg. Die Ermittler gehen davon aus, dass dieser Ort als Treffpunkt und Anlaufstelle für Schleuser genutzt wurde.

Polizei ermittelt seit 2017

Bei der Razzia stellten die Beamten unter anderem Laptops, Handys, Unterlagen zur Visabeantragung, verschiedene Identitätsdokumente und Bargeld als Beweismittel sicher. Die Bundespolizei ermittele bereits seit 2017 im Zusammenhang mit dem Verfahren. Zwischen August 2018 und April 2019 hatten die Beamten bereits sieben Objekte durchsucht und zwei Beschuldigte verhaftet.

Von RND/dpa

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