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Norddeutschland Regionalzüge haben bald WLan
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22:10 06.07.2018
Sophie Sziborra (20) aus Lübeck findet WLan im Zug nicht so wichtig. „Ich kann mich auch ohne Handy beschäftigen.“ Quelle: Fotos: Felix König
Kiel/Lübeck

„Unsere Fahrgäste legen im Nahverkehr immer weitere Strecken zurück“, begründet Torsten Reh, Leiter der DB Regio AG Schleswig-Holstein. „Gerade für viele Pendler wird die Fahrtzeit mit dem kostenfreien WLan nun zur wertvollen Nutzzeit.“

Die Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein GmbH (Nah.SH) hat die Bahn (DB) beauftragt, die Züge der Bahnnetze Nord und Ost fürs Internet fit zu machen. Ab August sollen erste Wagen mit WLan-Ausstattung unterwegs sein. Pro Fahrt kann jeder Nutzer maximal 100 Megabyte nutzen.

Die Kosten für die WLan-Umrüstung in Höhe von rund 2,7 Millionen Euro teilen sich das Land und DB Regio. Die Betriebskosten trägt das Land. Auch für die Bahnnetze Mitte und West werde ein kostenloses WLan angestrebt, teilte die Nah.SH gestern in Kiel mit.

Von Bahnreisenden am Lübecker Bahnhof wurde die Nachricht gestern positiv aufgenommen. „Das ist ja prima“, sagt Daniel Kahns (40), Fahrlehrer aus Lübeck, erfreut. Er pendelt regelmäßig mit dem Zug nach Eutin. „Wenn es funktioniert, würde ich im Zug gerne meine Netzwerke pflegen und meinen Ebay-Account.“

„Ich würde es vor allem nutzen, um mit den Kindern in Kontakt sein zu können“, meint Cornelia Bremer (56). Die Hausfrau aus Lübeck fährt oft nach Neustadt (Ostholstein). Unterwegs hört sie mit dem Handy Musik oder spielt.

„Ich fahre ziemlich selten Zug“, sagt Sebastian Ruf (33), Arzt aus Lübeck. „Wahrscheinlich ist WLan dann aber ganz angenehm.“ Helmut Freerks (74) dagegen hat zwar auch ein Handy, nutzt es aber hauptsächlich zum Telefonieren. „WLan brauche ich nicht.“

Es gehe auch ohne WLan, stimmt Sophie Sziborra (20) zu. „Ich kann mich auch ohne Handy beschäftigen.“ Sie sehe im Zug gerne aus dem Fenster, unterhalte sich, lese oder schlafe. Ihre häufigsten Reiseziele sind Berlin, Kopenhagen und Hamburg, sagt die Pflegerin.

„Ich persönlich brauche es eigentlich nicht“, erklärt auch Heidi Schmidt (35). Die Krankenschwester aus der Nähe von Bremen war mit ihrer Familie neun Tage mit dem Fahrrad auf dem Ostsee-Radweg unterwegs und will nun mit dem Zug zurück nach Hause. Dann fällt ihr aber noch ein: „Na ja, wenn der Zug mal wieder Verspätung hat, wäre es mit WLan wohl leichter, Bescheid zu sagen.“

„Eine gute Sache“, findet Sebastian Burton (35), Lehrer aus Berlin. Das Smartphone hat er immer dabei. „Da bringt das was.“

Ed Brenner (66), Rentnerin aus Köln, ist restlos begeistert von der Neuerung. „Tolle Sache.“ Sie versuche oft im Zug Dinge abzuarbeiten oder Mails zu schreiben. „Sonst ist so eine Zugfahrt doch verlorene Zeit.“ Leider funktioniere das in der Bahn oft nicht. „Im Flixbus ist es besser, da sind auch überall Steckdosen.“

Die Bahn will zunächst 83 Doppelstockwagen und 41 Triebwagen ausrüsten. Die Umrüstung erfolge einzeln nacheinander, um die Auswirkungen auf den Betrieb möglichst gering zu halten. Bis Anfang August 2019 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Er freue sich, lobte Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP). Der Nahverkehr müsse wieder besser werden. „Vor allem nach den Qualitätsproblemen in den vergangenen Monaten.“

Von Marcus Stöcklin

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