Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland S-Klasse-Fahrer Stegner lehnt SUVs ab
Nachrichten Norddeutschland S-Klasse-Fahrer Stegner lehnt SUVs ab
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:00 16.09.2019
Ralf Stegner will SPD-Chef werden und in den Städten keine SUVs mehr sehen. Sie sollten deshalb sehr hoch besteuert werden. Er selber fährt derweil mit einer noch schwereren Mercedes S-Klasse des Landtags durch Stadt und Land. Quelle: Britta Pedersen/dpa
Kiel

Ralf Stegner will jetzt nicht mehr lange fackeln: SUVs hätten in Städten nichts mehr verloren. „Die PS-Ungetüme passen eher in unbefestigte Pisten des Wilden Westens als in unsere Städte“, twitterte der Aspirant auf den Posten des SPD-Bundeschefs am Wochenende.

„Das trifft finanziell die Richtigen“

Ein schlimmer Unfall in Berlin mit so einem „Sport Utility Vehicle“, einem „Stadtgeländewagen“ Porsche Macan, hatte die Debatte losgetreten. Der SPD-Politiker fordert schnelle Konsequenzen. Hohe Steuern auf die Dinger müssten her. „Das ist ökologisch geboten, trifft finanziell die Richtigen, stärkt Verkehrssicherheit gerade für Kinder“, schreibt Stegner. Die Fahrer aller solcher SUVs seien quasi wie die Waffenlobby in den USA: „Vorliebe für Straßenpanzer gleich US Faible für Waffen“, twitterte der Sozialdemokrat.

Ein Porsche Macan, bis zu 1,9 Tonnen schwer, 1,92 Meter breit, als Diesel 258 PS: Solche „PS-Ungetüme“ will SPD-Bundeschef-Kandidat Ralf Stegner in Städten nicht mehr sehen. Sie gefährdeten zum Beispiel die Verkehrssicherheit von Kindern. Quelle: imago

Tatsächlich ist ein Porsche Macan kein Leichtgewicht. Er gilt in dem Heer der vielen Mittelklasse-SUVs vom Schlage eines VW Tiguan, BMW X1 oder Skoda Kamiq als einer der Platzhirsche. 1,9 Tonnen wiegt er in der schwersten Ausführung. 4,70 Meter ist er lang, 1,92 Meter breit. Allradantrieb. Als Diesel ist er 258 PS stark, als Benziner sogar noch etwas stärker. Selbst der Diesel beschleunigt in gut sechs Sekunden von null auf 100 km/h. Spitze: 230. Fährt man vorsichtiger, soll er mit 6,3 Liter Diesel auf 100 Kilometern auskommen. Mit einem Ausstoß von 159 Gramm CO2 pro Kilometer war er offiziell angegeben. Allerdings steht auch Porsche im Verdacht, hier etwas geschummelt zu haben.

Stegner setzt sich dienstlich in einen 2,1-Tonner

Wie dem auch sei: Wenn Ralf Stegner sich in seine Dienst-Limousine setzt, stellt er all das noch in den Schatten. Eine Mercedes S-Klasse lässt sich der Sozialdemokrat vom Kieler Landtag stellen – als einziger Fraktionschef, die anderen fahren etwa Audi A8 oder auch nur A6. Stegner fährt Mercedes S 400 d 4matic. 2,1 Tonnen Leergewicht bringt dieser Benz auf die Waage. 5,13 Meter ist er lang, 2,13 Meter breit. Ebenfalls Allradantrieb. 340 PS leistet der Diesel-Motor. Damit braucht er nur gerade mal gut fünf Sekunden von null auf 100. Spitze: 250. Auch er ist mit 6,3 Liter Verbrauch angegeben. Der CO2-Ausstoß: 166 Gramm pro Kilometer.

Mit dieser 2,1 Tonnen schweren Mercedes-Benz S-Klasse fährt Stegner selber durch Stadt und Land – 340 PS stark, 2,13 Meter breit. Quelle: Wolfram Hammer

LN-Anfrage bei Ralf Stegner: S-Klasse fahren, SUVs kritisieren – wie passt das zusammen? „Ich habe mich zu großen SUVs im Sinne weit überdimensionierter Fahrzeuge geäußert, die in den Städten deplatziert sind“, lässt Stegner mitteilen. Auf die Nachfrage, ob denn eine S-Klasse in diesem Sinne kein überdimensioniertes Fahrzeug sei und wenn nein, warum nicht, gab es von Stegner keine Antwort mehr.

Die Wagen würden halt vom Landtag zur Verfügung gestellt werden, sagt ein Sprecher. Aber gefährdet dann Stegner mit einem 2,1-Tonnen-PS-Ungetüm nicht auch die Verkehrssicherheit der Kinder? Die Antwort: Schweigen. Die Frage, welches Auto er denn privat nutze, ließ Stegner ebenfalls unbeantwortet. Nur so viel: „Es war noch nie mein Stil, Dinge zu fordern, die ich für mich selbst nicht gelten lassen will.“

Gemeinsam mit Gesine Schwan kämpft Ralf Stegner derzeit auf Regionalkonferenzen darum, von der Basis zum SPD-Chef gewählt zu werden. Quelle: Daniel Karmann/dpa

Von Wolfram Hammer

Immer mehr Schüler in Deutschland schließen ihr Abitur mit einer Eins vor dem Komma ab. Die meisten Einser-Abiturienten hat Thüringen – die wenigsten gibt es in Schleswig-Holstein.

16.09.2019

Vor einem halben Jahr ist Baris Karabulut (32) bei Bad Segeberg spurlos verschwunden. Niemand weiß, ob er tot oder lebendig ist. Die Polizei hat die Ermittlungsgruppe mittlerweile aufgelöst. Vater Battal Karabulut bleibt die Hoffnung – und ihn quält die Ungewissheit.

17.09.2019

Das Jaurena-Ruf-Quintett brachte die Facetten von lateinamerikanischer Musik in Verbindung mit Klezmer und Jazz zum Leuchten – umjubelte Konzerte in Lübeck und Carlow auf höchstem Niveau.

16.09.2019