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Norddeutschland Schleswig-Holstein öffnet für Touristen: Gastronomen freuen sich
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SH öffnet Gastronomie, Hotels und Ferienwohnungen ab 17. Mai

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18:35 05.05.2021
Schleswig-Holstein lockert seine Corona-Regeln. Vor allem Touristen an der Ostsee können sich freuen.
Schleswig-Holstein lockert seine Corona-Regeln. Vor allem Touristen an der Ostsee können sich freuen. Quelle: DPA
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Lübeck/Kiel

Die Modellprojekte im Tourismus liefen „ausgesprochen erfolgreich“, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Kiel, die Inzidenzwerte sinken sogar noch. „Wir können feststellen: Tourismus ist kein Pandemietreiber.“ Nach einer Diskussion mit Experten habe sich die Landesregierung entschieden, die Regeln für die Modellprojekte jetzt aufs ganze Land auszudehnen. Geimpfte, Genesene und Getestete dürfen somit unter strengen Vorgaben landesweit Gaststätten auch in Innenräumen besuchen und auf Campingplätzen, in Hotels oder Ferienwohnungen übernachten. Voraussetzung sei dabei, dass die Zahlen stabil niedrig bleiben oder weiter sinken.

Tourismus wieder möglich

Ab dem 17. Mai sollen sich nun – an frischer Luft – nicht mehr nur fünf Personen aus zwei Hausständen treffen dürfen, sondern zehn. Dies hat Konsequenzen unter anderem für die Außengastronomie, wo sich ab Mitte Mai nun ebenfalls zehn Personen treffen dürfen. Aber auch die Innengastronomie darf wieder öffnen. Restaurants dürfen wieder fünf Personen aus zwei Haushalten empfangen – wenn diese einen negativen Corona-Test nachweisen können oder vollständig geimpft sind. Gleiches gilt für Beherbergungsbetriebe in Schleswig-Holstein. Campingplätze, Hotels und Ferienwohnungen dürfen – unter den gleichen Regeln wie in den Modellregionen – wieder öffnen.

„Nach Rücksprache mit unseren Experten haben wir uns zu diesem Schritt entschieden“, sagte Günther. Voraussetzung sei, dass die Infektionszahlen stabil bleiben oder sinken. Aktuell liegt die 7-Tage-Inzidenz bei 54,5 im Norden. Günther: „Die Lage ist seit mehreren Monaten stabil, wir haben konstant niedrige Zahlen als allen anderen Bundesländern.“

Urlauber müssen sich alle drei Tage testen

„Die Modellprojekte mit strengen Auflagen funktionieren so gut, dass wir die Bedingungen auf das ganze Land übertragen können“, sagte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP). Anreisende Gäste müssen sich zu Hause testen lassen und am Urlaubsort dann alle 72 Stunden erneut. Auch die Innengastronomie kann nur mit Nachweis eines negativen Tests genutzt werden. Wie in den Modellprojekten gilt überall die Sperrstunde 23 Uhr. „Gastronomen und Hoteliers haben die Pflicht, Testkapazitäten bereitzustellen, zu kontrollieren und zu dokumentieren“, sagte Buchholz.

„Aus den bisherigen Modellprojekten wissen wir zudem, dass es sinnvoll ist, die Testergebnisse getrennt nach Gästen, Einheimischen und Beschäftigten im Tourismus-Gewerbe zu erfassen - das wollen wir auch so beibehalten“, sagte Buchholz und resümierte: „Für den Tourismus, in dem hier 160 000 Menschen arbeiten, ist die Öffnung eine sehr gute Nachricht. Wir arbeiten alle daran, dass die Infektionszahlen weiter nach unten gehen.“ Auch die Ausflugsschifffahrt könne am 17. Mai wieder starten.

Dehoga-Präsident: Eine sehr gute Nachricht

„Das ist eine sehr gute Nachricht und ein weiterer Schritt nach vorn“, sagte Axel Strehl, der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) in Schleswig-Holstein. „Wir sind auf gutem Weg – sehr schön, dass wir wieder starten können – und wir freuen uns auf die weiteren Schritte, die folgen.“ Er begrüße auch sehr, dass mit der Lübecker Bucht am Sonnabend, 8. Mai, ein weiteres Modellprojekt dazukomme. „Es ist wichtig, unterschiedliche Projekte zu haben, um alle Fragen beantworten zu können. Beim Modellprojekt Lübecker Bucht erwarten wir sehr viele Tagesgäste.“ Der Dehoga sei sehr zufrieden mit den Modellprojekten. Sinkende Inzidenzzahlen zeigten, „dass Tourismus, Gastronomie und Hotellerie keine Pandemietreiber sind“, sagte Strehl.

Bisher dürfen Urlauber in der Schleiregion, in Eckernförde und in Nordfriesland unter strikten Corona-Vorgaben Urlaub machen. Von Sonnabend. 8. Mai, an ist das auch in Timmendorfer Strand, Scharbeutz, Sierksdorf und Neustadt an der Ostsee in der Lübecker Bucht möglich. Am Montag folgt Büsum im Kreis Dithmarschen.

Bei Schulen Übernahme der Bundesregelung

Lockerungen gibt es auch in den Bereichen Bildung, Sport und Kultur. In Schulen und Kitas passt Schleswig-Holstein die Regelung an die Regeln des Bundes an. Jetzt gilt Wechselbetrieb an Schulen und eingeschränkter Regelbetrieb in Kitas bei Inzidenzwerten bis 165. Doch man behalte sich schärfere Maßnahmen vor, sagte Günther.

Weitere Modellprojekte in der Kultur erlaubt

„Uns ist es wichtig, dass wir auf der einen Seite vorsichtig sind und auf der anderen Seite Möglichkeiten schaffen“, sagte Finanzministerin Monika Heinold (Grüne). Gerade für Kinder und Jugendliche sei die Belastung hoch. Deshalb gebe es Erleichterungen in der Jugend- und Vereinsarbeit. Treffen mit bis zu zehn Personen drinnen und draußen seien bisher nur im Bereich der Jugendhilfe möglich gewesen. Das soll künftig für die gesamte Jugend- und Vereinsarbeit gelten. Draußen sollen sich in festen Gruppen bis zu 20 Kinder treffen dürfen.

Vom 17. Mai an sei auch kontaktintensiver Sport draußen mit bis zu zehn Personen möglich. Freibäder dürfen für Bahnschwimmen und Schwimmunterricht öffnen. Saunen und Whirlpools bleiben aber noch geschlossen. „Wir wollen auch weitere Modellprojekte in der Kultur zulassen, die bereits einen Antrag gestellt hatten“, kündigte Heinold an. Die bisherigen Erfahrungen mit Kultur-Modellprojekten sei sehr ermutigend.

Von Christian Risch/Jan Wulf