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Norddeutschland Wahlverlierer Ralf Stegner: „Beleidigte Leberwurst ist nicht“
Nachrichten Norddeutschland Wahlverlierer Ralf Stegner: „Beleidigte Leberwurst ist nicht“
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21:09 26.10.2019
Ralf Stegner hat sich gemeinsam mit Gesine Schwan um den Parteivorsitz beworben. Am Ende landeten sie auf dem sechsten und letzten Platz.an die Spitze der SPD. Quelle: Martin Schutt/dpa
Lübeck

Im Interview mit den LN wenige Stunden nach der Wahlschlappe zeigt sich der stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende Ralf Stegner als fairer Verlierer.

Herr Stegner, letzter Platz - woran lag’s?

So kann man das nicht betrachten. Sechs Paare sind angetreten. Am Ende liegen sie alle dicht beisammen. Die beiden erstplatzierten Teams haben zusammen gerade mal 42 Prozent. Man wünscht sich am Ende natürlich mehr Prozente. Aber es gilt in der Demokratie: Man muss den Mut haben anzutreten, und man muss das Ergebnis akzeptieren. Beleidigte Leberwurst ist nicht.

Wen wählen Sie denn jetzt in der Stichwahl?

Wir haben immer gesagt, die Mitglieder sollen nicht durch solche Ansagen bevormundet werden. Es gab solche Versuche von anderen, die haben uns geärgert. Ich bleibe aber dabei: Eine Wahlempfehlung ist völlig unnötig.

Gerade mal knapp über 50 Prozent Wahlbeteiligung. Ist selbst den SPD-Mitgliedern die Zukunft ihrer Partei egal?

Den Eindruck habe ich überhaupt nicht. Ich habe auf den Regionalkonferenzen sehr viele engagierte Mitglieder erlebt. Natürlich hätte die Wahlbeteiligung gerne höher ausfallen dürfen. Aber das Wahlverfahren war ja auch nicht ganz unkompliziert. Und es startete noch in der Sommerpause.

Den Landesvorsitz niedergelegt, das Bundesvorsitzenden-Amt verfehlt, für den SPD-Bundesvize-Posten ist die Wahl damit wohl unsicher geworden - wird Ihre Polit-Karriere mit der Landtagswahl 2022 enden?

Das wünschen sich viele meiner Gegner. Das haben sich immer schon viele meiner Gegner gewünscht. Aber sie haben immer unrecht behalten. Und das wird auch dieses Mal so sein. Gesine Schwan und ich sind viel herumgekommen in den letzten Wochen, und wir haben sehr viel Zuspruch bekommen - für unsere Kandidatur und für unsere Arbeit für die Partei.

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