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Norddeutschland Steigende Inzidenz: Viele Orte in Schleswig-Holstein über 100
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Schleswig-Holstein: Corona-Zahlen steigen - Inzidenz in vielen Orten über 100

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18:38 22.10.2021
Stäbchen für einen Abstrich: Die bundesweite Corona-Inzidenz ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) erstmals seit Mai auf über 90 gestiegen.
Stäbchen für einen Abstrich: Die bundesweite Corona-Inzidenz ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) erstmals seit Mai auf über 90 gestiegen. Quelle: Sebastian Gollnow/dpa
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Lübeck

Nachdem es viele Wochen lang ruhig war und viele Lockerungen ein nahes Ende der Corona-Pandemie erwarten ließen, dreht sich die Tendenz. Bundesweit stieg de 7-Tage-Inzidenz erstmals seit Mitte Mai wieder über den Wert von 90, genau liegt sie jetzt bei 95,1. Für die kommenden Wochen warnt das Robert-Koch-Institut (RKI) vor rasant steigenden Fallzahlen. In Bayern liegt die landesweite Inzidenz am Freitag bei 155,1, in Baden-Württemberg bei 122,9. Dagegen liegt Schleswig-Holstein mit 48,6 weit zurück.

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Norderstedt meldet 125,1

Doch auch im nördlichsten Bundesland steigt die Inzidenzzahl in einigen Orten rapide an. In Mölln (Kreis Herzogtum Lauenburg) kletterte der Wert innerhalb von nur zehn Tagen von 10,4 auf 172,3, in Lauenburg lag er am Freitag bei 158,5. Norderstedt meldete 125,1, Bad Bramstedt 99,2 und Wahlstedt 91,5 (alle Kreis Segeberg). Die Sieben-Tage-Inzidenz des Kreises Herzogtum Lauenburg steigt damit nach Berechnungen des Kreises zum Sonnabend auf 67,2.

Vor allem der Hamburger Rand betroffen

Der Kreis Stormarn weist nach Daten des RKI eine Sieben-Tage-Inzidenz von 64,1 auf, dahinter folgen die Kreise Pinneberg (59,9) und Segeberg (57,9). Bargteheide weist mit 149,3 die höchste Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis Stormarn aus; Bad Oldesloe liegt mit 145,8 nur knapp dahinter. Vor allem die Kreise rund um Hamburg weisen die höheren Inzidenzzahlen aus. Für die Hansestadt gab die Gesundheitsbehörde die Sieben-Tage-Inzidenz am Freitag mit 94,3 an.

Landesregierung verfolgt das Geschehen aufmerksam

„Die Situation ist derzeit dynamisch mit steigenden Zahlen nach den Herbstferien. Das gilt auch für Schleswig-Holstein, auch wenn hier die Situation insgesamt weiterhin besser als in vielen anderen Bundesländern ist“, sagte am Freitag ein Sprecher des Kieler Gesundheitsministeriums. „Die Landesregierung verfolgt das Geschehen sehr aufmerksam im Austausch mit den Expertinnen und Experten. Dabei werden Inzidenzen, die Auslastung der Kliniken und beispielsweise die Impfquote berücksichtigt.“

Erneuter Appell, sich impfen zu lassen

Auch vor dem Hintergrund steigender Zahlen appelliert die Landesregierung erneut, Impfungen oder Auffrischimpfungen in Abstimmung mit den Hausärzten vorzunehmen. Eine Impfung ist ein entscheidender Schutz vor schweren Krankheitsverläufen, besonders bei gefährdeten Gruppen. „Zur Steigerung des Impfschutzes tragen neben den Impfungen im niedergelassenen Bereich die vielen offenen Aktionen des Landes bei, die auch einfach zum Beispiel von Pflegekräften genutzt werden können“, sagte der Sprecher, „denn jede Impfung zählt“. Eine Auflistung der Angebote ist unter www.impfen-sh.de im Internet abrufbar.

So entwickeln sich die regionalen Inzidenz-Werte:

So entwickelt sich der landesweite Inzidenz-Wert:

Das sind die Inzidenz-Werte für die Kreise in SH

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Birte Pauls: Vor allem Jüngere in Kliniken

„Wir haben immer gesagt, es ist noch nicht vorbei“, sagt die SPD-Gesundheitsexpertin Birte Pauls, „wir dürfen das Coronavirus in keiner Weise ignorieren.“ Die Abstands- und Hygieneregeln müssten weiter beachtet werden, außerdem müsste die Impfquote gerade unter den jüngeren Menschen noch weiter steigen. „Es sind vor allem die Jüngeren und Ungeimpften, Menschen zwischen 25 und 50, die zurzeit in Kliniken liegen“, sagt Pauls.

Birte Pauls (SPD), Abgeordnete im Landtag von Schleswig-Holstein. Quelle: Carsten Rehder/dpa

Kein Anlass, Lockerungen zurückzudrehen

Die Landtagsabgeordnete sieht allerdings im Augenblick keinen Anlass dafür, die Lockerungen in Schleswig-Holstein zurückzudrehen. Die Situation in den Krankenhäusern habe sich noch nicht verschärft. Änderungen sollte man von allen aktuellen Zahlen abhängig machen, nicht nur von der 7-Tage-Inzidenz. Was ihr allerdings Sorge bereite, sei die Situation auf den Kinder-Intensivstationen. „Dort ist viel zu wenig Pflegepersonal, das ist ein großes Problem.“

Kreative Impfaktionen sind gefragt

Um die Impfquote zu erhöhen, seien jetzt viele kreative Aktionen gefragt. „Es ist gut, dass die mobilen Impfteams zu den Menschen fahren“, sagt Pauls. Vor dem Fußballplatz, auf dem Wochenmarkt, in den Stadtteilcafés – das seien die Orte, wo Impfungen erfolgversprechend seien.

Von Christian Risch