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Norddeutschland Unternehmen bauen deutlich weniger Wohnungen im Norden
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Schleswig-Holstein: Weniger Wohnungen im Norden gebaut

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07:25 18.06.2020
Kräne stehen auf einer Baustelle für mehrstöckige Wohnhäuser. Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen fordert einen Masterplan Wohnen für Schleswig-Holstein. Quelle: Christian Charisius/dpa
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Kiel

Mitgliedsfirmen des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen bauen im laufenden Jahr deutlich weniger neue Wohnungen in Schleswig-Holstein. 2020 sollen 870 Wohnungen übergeben werden, wie VNW-Direktor Andreas Breitner der Deutschen Presse-Agentur sagte. 2019 waren es noch 1160 Einheiten, 2018 sogar 1243.

„Dem Neubau geht in Schleswig-Holstein langsam, aber sicher die Luft aus“, sagte Breitner. Dabei brauche der Norden mehr Wohnungen. Aber: „Angesichts der Tatsache, dass Bau und Unterhalt von Wohnraum mit einem beispiellosen Anstieg von Bau-, Grundstücks- und Sanierungskosten konfrontiert sind, wird es schwieriger, bezahlbaren Wohnraum in nennenswertem Umfang zu errichten.“

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„Masterplan Wohnen“ soll kommen

Breitner fordert deshalb einen „Masterplan Wohnen“. Baukosten müssten sinken, Grundstücke kostengünstig abgegeben und Baugenehmigungsverfahren beschleunigt werden. „Das Land appelliert seit Monaten an die Kommunen, ihre Planungen auf den Neubau auszurichten. In zu vielen Städten und Gemeinden blieb das bisher ungehört.“ Er begrüße, das die Landesregierung 2020 Fördermittel in Höhe von 200 Millionen Euro für den sozialen Wohnungsbau bereitstelle.

Wie aus der jährlichen Verbandsumfrage unter den 49 Wohnungsgenossenschaften und 27 am Gemeinwohl orientierten Wohnungsgesellschaften hervorgeht, müssen Mieter dort im Schnitt 5,99 Euro monatliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter bezahlen. Das waren 4,1 Prozent oder rund 24 Cent pro Quadratmeter mehr als vor einem Jahr. Die VNW-Mitglieder verwalten rund 168 000 Wohnungen.

Förderung der energetischen Sanierung

Breitner forderte eine bessere Förderung der energetischen Sanierung. „Wenn die Mieten nicht infolge einer teuren energetischen Sanierung explodieren sollen, dann muss hier rasch eine Lösung her.“ Die VNW-Unternehmen wollen im laufenden Jahr 383 Millionen Euro in den Neubau, die Instandhaltung und die Modernisierung von bezahlbarem Wohnraum investieren (2019: 376 Millionen Euro).

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Von dpa/lno/RND

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