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Norddeutschland Schleswig-Holstein steht beim Impfen gut da – und der Turbo kommt erst
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Schleswig-Holstein bekommt in Kürze Hunderttausende Impfdosen

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12:02 28.03.2021
Das Lübecker Impfzentrum in der MuK ist eines von 28 in Schleswig-Holstein. Die Kapazität könnte dort bereits bald ausgeweitet werden.
Das Lübecker Impfzentrum in der MuK ist eines von 28 in Schleswig-Holstein. Die Kapazität könnte dort bereits bald ausgeweitet werden. Quelle: Lutz Roeßler
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Lübeck/Kiel

Mit Stand Sonnabend erhielten 11,7 Prozent der Menschen im Norden eine erste Anti-Corona-Spritze, nur das Saarland (12,3) und Bremen (11,9) haben eine noch bessere Quote. „Ein deutliches Zeichen, dass Schleswig-Holstein verfügbaren Impfstoff im verantwortbaren Maß rasch verimpft“, sagt Christian Kohl, Sprecher des zuständigen Gesundheitsministeriums in Kiel.

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KVSH lobt Zusammenarbeit

In Schleswig-Holstein sei von Anfang an auch medizinisches Personal geimpft worden, so Kohl. Zudem habe das Land gemeinsam mit Partnern leistungsfähige Strukturen mit den 28 Impfzentren aufgebaut. 339 119 Menschen wurden in Schleswig-Holstein bislang geimpft; 107 .970 erhielten auch schon ihre zweite Schutzimpfung. Mit 3,7 Prozent der Bevölkerung im Land steht Schleswig-Holstein bei der Zweitimpfung im Länderranking allerdings am Ende des Tableau. „Was man hervorheben kann, ist, dass die Zusammenarbeit zwischen Land, öffentlichem Gesundheitsdienst und KVSH während der gesamten bisherigen Zeit der Pandemie sehr gut und vor allem lösungsorientiert war. So lässt sich dann auch eine solche Krise sicher besser meistern, als wenn dieses nicht der Fall wäre“, betont Nikolaus Schmidt von der Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH).

Auch über Ostern wird geimpft

Impftermine werden laut Gesundheitsministerium unterdessen weiter ohne Pause vergeben. Die 16 800 Termine, die gestern online vergeben wurden, waren innerhalb von 35 Minuten ausgebucht. Auch über die Osterfeiertage werde geimpft, sieben Tage die Woche. Im Laufe der Woche hatte das Bundesgesundheitsministeriums seine Empfehlung aktualisiert und rät, aufgrund zu erwartender steigender Liefermengen insgesamt weniger Dosen zur Absicherung der Zweitimpfung einzuplanen. Aus den Lieferprognosen des Bundes geht so hervor, dass in der nächsten Woche voraussichtlich 115 500 frische Impfdosen nach Schleswig-Holstein gehen werden. Darin enthalten ist die bislang größte Lieferung von Astrazeneca. Alleine 57 600 Dosen von dem schwedisch-britischen Produzenten soll der Norden erhalten. In den vergangenen Wochen waren es immer nur jeweils 7200 Dosen.

Übersicht über die Impfzentren in SH

Auch Moderna liefert mehr. 22 800 Impfdosen kommen nach Schleswig-Holstein, über 30 Prozent mehr als in der Vorwoche. Biontech steuert erneut 35 100 Dosen bei. Ab übernächster Woche sollen von dem Mainzer Pharmakonzern dann wöchentlich 88 000 Dosen nach Schleswig-Holstein geschickt werden.

Johnson und Johnson im zweiten Quartal

Für den Zeitraum April bis Juni rechnet der Bund dann noch einmal mit einer deutlichen Steigerung der Liefermenge durch die Pharmakonzerne. Alleine Biontech will im zweiten Quartal 40,2 Millionen Dosen bereitstellen, auf Schleswig-Holstein würden damit pro Woche rund 116 000 entfallen. Auch Astrazeneca (36 000 bis 45 000) und Moderna (18 000) können dann mehr liefern. Neu kommt zudem voraussichtlich der Impfstoff von Johnson und Johnson (29 000) dazu. Somit sollen dann über 200 000 Impfdosen pro Woche nach Schleswig-Holstein geliefert werden.

Land will Kapazitäten ausbauen

„Wenn mehr Impfstoff oder verlässlichere Lieferzusagen kommen, kann und wird das Land die Kapazitäten der Impfzentren ausweiten und entsprechend Termine zur Verfügung stellen“, macht Ministeriumssprecher Christian Kohl deutlich.

Von Jan Wulf