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Norddeutschland Ermittelt wird jetzt mit dem Smartphone
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19:30 20.12.2018
Schleswig-Holsteins Polizei soll digitaler werden. Die ersten Streifenbeamten werden jetzt mit Smartphones samt spezieller Polizei-Apps ausgestattet. Quelle: dpa
Kiel

Also, was macht denn die Polizistin da mitten in der Unfallaufnahme mit ihrem Handy? Will die etwa privat... Nein, weit gefehlt. Schleswig-Holsteins Landespolizei wird digitaler. Das blaue Polizei-Notizbuch hat ausgedient. Ab sofort sind die ersten Streifenbeamten mit Dienst-Smartphones unterwegs. Und die sollen ihre Arbeit mithilfe spezieller Polizei-Apps deutlich leichter und schneller machen.

Alle erfassten Daten werden sofort in einem Vorgang gebündelt

Notizbuch ade: Künftig nehmen die Polizisten im Land Unfälle oder Straftaten per Handy-App auf. Quelle: Wolfram Hammer

Tatsächlich haben die Polizisten auf den Samsung-Smartphones vollen Zugriff auf das Vorgangsbearbeitungsystem der Landespolizei, „Artus“ genannt. Schnell mal „Vorgang erstellen“ drücken und „leichter Unfall“ oder eine andere Kategorie auswählen, schon kann der Beamte oder die Beamtin den vom GPS bereits ermittelten Standort speichern und dem Vorgang zuordnen. Dann werden die Ausweise der Unfallbeteiligten eingescannt, vielleicht noch ein paar Fotos oder Sprachaufzeichnungen gemacht. Kollegen, die den Unfall ebenfalls mit aufnehmen, können sich per QR-Code sofort in den jeweiligen Datensatz mit einloggen. Schließlich werden die Daten per Mobilfunknetz in die Zentrale übertragen.

„Dort sind dann sofort alle ermittelten Daten in einem Vorgang zusammengestellt und müssen nicht erst mühsam von Hand aus den Notizbüchern in den PC übertragen werden“, sagt Jürgen Blaase aus der IT-Abteilung des Landespolizeiamtes. Das spare enorm viel Zeit und sei nicht so fehlerbehaftet wie das Abschreiben eilig aufgenommener Notizen. „Wir können dann auch viel schneller die Anschriften von noch mehr Zeugen aufnehmen, um sie gegebenenfalls später noch zu befragen.“ Bislang geschehe es leider noch häufig, dass sich Zeugen nach längerem Warten dann irgendwann doch entfernten, wenn die Polizisten zum Beispiel erst noch mit der Versorgung von Verletzten oder Absperrmaßnahmen beschäftigt seien.

Mehr Sicherheit: Leuchtet das Handy rot, ist Vorsicht angesagt

Die Landespolizei wird digitaler: Jürgen Blaase präsentiert das neue Dienst-Smartphone. Quelle: Wolfram Hammer

Für die Beamten im Einsatz soll das neue System zudem auch mehr Sicherheit bedeuten. So werde ihnen nach dem Scan eines Ausweises sofort mit einem grünen oder roten Signal angezeigt, ob gegen die Person etwa ein Haftbefehl vorliege oder eine anderweitige Gefahr ausgehen könne. Sie könnten dann sofort per Funk in der Leitstelle Details erfragen. Später soll es den Polizisten auch möglich sein, sofort die Echtheit von Dokumenten zu prüfen, im Internet zu recherchieren oder per Messenger Kontakt zu Kollegen aufzunehmen. „Mobile Polizeiarbeit“, nennen die Beamten das.

Auch für die Sicherheit der Daten vor unbefugtem Zugriff sei gesorgt, betont Michael Roß, der beim IT-Dienstleister des Landes, Dataport, für das Polizei-Projekt verantwortlich ist. Auf dem Gerät sind die Dateien passwortgesichert. Sind die Daten ins System übertragen, werden sie auf dem Smartphone gelöscht. Und gehe ein Gerät im Einsatz verloren oder werde es dem Polizeibeamten dabei gestohlen, lasse es sich sofort auch von der Zentrale aus löschen, und zwar komplett, wie Roß versichert.

2021 sollen alle Polizisten ein Dienst-Smartphone haben

50 Smartphones werden jetzt zunächst ausgegeben, sagt CDU-Innenminister Hans-Joachim Grote. Im Verlauf des Jahres 2019 sollen weitere 300 Geräte dazukommen. 1,2 Millionen Euro habe die Landesregierung für die Pilotphase eingeplant. Dabei soll zum Beispiel auch getestet werden, wie gut sich die Geräte durch die Beamten bedienen lassen und ob wirklich überall die Mobilfunkverbindungen so gut sind, dass die Datenübertragung auch reibungslos funktioniert. Zudem sollen alle Wachen mit WLan ausgestattet werden, damit spätestens hier eine schnelle Datenübertragung gesichert ist. An einer solchen Ausstattung oder auch Glasfaserkabel-Anbindung der Wachen hapert es im Norden tatsächlich auch im Jahr 2018 immer noch, wie etwa auch die Polizeigewerkschaft DPolG beklagt. Der Minister allerdings ist zuversichtlich, dass die Modernisierung klappt, will das Geld dafür in den kommenden Haushalten auf jeden Fall bereitstellen. Und er verspricht: Bis 2021 sind alle 6000 Polizisten in Schleswig-Holstein mit einem Smartphone für ihren Dienst ausgestattet.

Wolfram Hammer

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