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Norddeutschland Schnee schippen in der Kälte
Nachrichten Norddeutschland Schnee schippen in der Kälte
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21:10 27.02.2018
Auch ein Boot will vom Schnee befreit sein: Maria Stühff (34) von der Lübecker Barkassenfahrt hat alle Hände voll zu tun.
Auch ein Boot will vom Schnee befreit sein: Maria Stühff (34) von der Lübecker Barkassenfahrt hat alle Hände voll zu tun. Quelle: Fotos: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

„Nur Schneemann bauen klappt leider nicht“, bedauert Lotta (11), „der Schnee ist zu locker.“ Mit ihrer Freundin Juli (10) spielt sie im Vorgarten, der unter der weißen Last begraben ist. „Aber Schlitten fahren waren wir schon“, freut sich Lotta. In der Nähe sei ein Hügel.

Schnee schaufeln, was das Zeug hält – und das mehrmals täglich: Bei den Schneemassen, die bis gestern vom Himmel fielen, blieb das nicht aus. Räumfahrzeuge waren unterwegs, um die wichtigsten Straßen freizumachen. Viele Autofahrer waren trotzdem genervt. Kinder hatten ihren Spaß.

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Albertino Texeira (51), der Nachbar, ist auch gut gelaunt. Obwohl er schon eine Menge Schnee geschaufelt hat. „Immerhin scheint die Sonne“, bemerkt er. Und seine Frau Ana (44) hilft ihm. Zwei Einfahrten weiter befreit Walter Gruzewski (75) gerade mit einem Besen das Auto. „Hilft ja nix.“

Die Stadt setzt Räumfahrzeuge ein. „Seit Sonntag sind wir ununterbrochen unterwegs“, stöhnt Mirko Wetter von den Entsorgungsbetrieben Lübeck. 13 Streuwagen, 30 Kleintraktoren, sechs Unimogs und 300 Personen seien im Kampf gegen den Schnee täglich ab vier Uhr morgens im Einsatz. Sie verbrauchen 250 Tonnen Streusalz am Tag. „Erst räumen wir die Hauptverkehrsstraßen und Bushaltestellen, dann fangen wir mit den Seitenstraßen an“, erklärt Wetter. Selbst die Radwege würden geräumt und mit Sand gestreut. Der Schnee kommt auf die Deponie.

Leider würden gelegentlich von den Schilden der Räumfahrzeuge die von den Anwohnern freigeschaufelten Bürgersteige wieder zugeschüttet, sagt Wetter. „Wir haben viele Anrufe deswegen.“ Anders gehe es aber nicht. Die Bürger müssten dies hinnehmen, auch wenn es ärgerlich sei. „So ist die Rechtslage.“

Die gute Nachricht: Die Schneelast auf den Dächern sei bislang jedenfalls nicht gefährlich. Das ist zumindest die Einschätzung von Jana Zimmermann. Die Baufachberaterin des Technischen Hilfswerks geht davon aus, dass die Dächer der Häuser im Norden für weit größere Schneelasten ausgelegt seien. Zudem handele es sich um Pulverschnee. „Der ist sehr luftig und hat kein hohes Gewicht.“

Gartenbesitzer dagegen sitzen in der Zwickmühle: Sie warten dieser Tage oft vergebens auf den Gärtner, der Büsche und Bäume schneiden soll. Leider sei aufgrund der niedrigen Temperaturen kein Gehölzschnitt mehr möglich, bestätigt Frank Sommer, Gartenbautechniker der Firma Meykopff in Lübeck. „Bei diesen Minusgraden sind die Pflanzen nicht mehr in der Lage, die durch den Schnitt entstehenden Wunden zu verschließen.“ Bäume zu fällen, sei aber machbar. Bis zum 1. März: „Dann ist endgültig Schluss“, stellt Mirko Wetter fest. Vögel begännen dann, Nester zu bauen. Nur wenn ein Baum so instabil sei, dass eine Gefahr von ihm ausgehe, dürfe trotzdem zur Kettensäge gegriffen werden.

Die ganze Woche bleibt es noch kalt. „Heute ist mit sechs Grad minus der kälteste Tag der Woche“, sagt Michael Banditz vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Hamburg. Danach werde es ein klein wenig wärmer, doch erst Sonntag könne bei Temperaturen von drei bis vier Grad plus mit Tauwetter gerechnet werden. Schnee falle ab heute im Raum Lübeck-Hamburg kaum noch. „Dafür aber auf Fehmarn und weiter nördlich.“

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Erstellt hat das Bild der Lübecker Oliver Schmidt (46), der selbständig als Discjockey arbeitet – und als freier Fotograf. „Das Licht war so schön“, sagt Schmidt am Tag danach. Er hat es mit einer Drohne aufgenommen und aus 13 Aufnahmen zu einem Panoramabild zusammengesetzt. Er musste sich beeilen: Rechts oben im Bild ist schon zu sehen, wie sich Schneewolken nähern und das zauberhafte Sonnenlicht über der Altstadtinsel wieder zu trüben drohen. Die LN-Online-Redaktion hatte das Foto auf Schmidts Facebook-Seite gesehen. Als die LN bei ihm anfragten, ob sie die Aufnahme auf der Titelseite drucken können, sagte er sofort zu: „Es ist ein geiles Foto“, sagt Schmidt.

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Marcus Stöcklin