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Norddeutschland Wie die Retter den Norden freischaufelten
Nachrichten Norddeutschland Wie die Retter den Norden freischaufelten
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19:45 27.12.2018
Ein Räumfahrzeug bahnt sich am Silvestertag 1978 im Kreis Rendsburg-Eckernförde einen Weg durch die Schneemassen. Quelle: dpa
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Lübeck

Weihnachten 1978 schien die Welt noch in Ordnung. Bis auf die Tatsache, dass es mal wieder keine weißen Weihnachten gab. Das aber sollte sich am Tag nach dem Fest dramatisch ändern. Es begann zu schneien und hörte gar nicht mehr auf. Schneeberge türmten sich vor den Häusern. Autos blieben stecken, Menschen kamen nicht mehr aus der Haustüre heraus. Die Schneekatastrophe hatte ihren Lauf genommen, sie dauerte bis nach Silvester.

Viele erinnern sich noch daran. Franz Rinn (73) aus Lübeck, der damals eine Straßenreinigungsmaschine mit Schneefräse fuhr. Oder Hagen Sprenkelmann aus Bad Segeberg, der als Hauptmann der Bundeswehr den Einsatz von Panzern und Hubschraubern koordinierte. „Der nördliche Bereich des Kreises war kaum noch erreichbar“, berichtet Jens Wulf (64) aus Lensahn, der bei der Rettungsleitstelle in Eutin arbeitete. Ein Hubschrauber holt ihn am Silvesterabend ab und fliegt ihn zur Arbeit. Katastrophenalarm wird ausgerufen, in Ostholstein herrscht Fahrverbot. Trotz des unermüdlichen Einsatzes der Rettungskräfte überleben sechs Menschen in Schleswig-Holstein die Katastrophe nicht. Doch es gibt auch Hoffnung – Nachbarn finden zusammen, helfen sich gegenseitig. Schwangere Frauen werden per Helikopter in die Klinik gebracht.

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Die hochschwangere Ingrid Bohnsack (heute 69) aus Petersdorf auf Fehmarn erreichen die Panzer, die sie in die Klinik bringen sollen, übrigens nicht. Sie bringt ihren Sohn Nils zu Hause zur Welt. Eine Ärztin steht ihr bei – nachdem sie selbst aus dem Schnee gerettet wurde, in dem sie sich auf der Suche nach der Patientin bereits verlaufen hatte. Als alles überstanden scheint, setzt im Februar noch einmal massiver Schneefall ein.

Lesen Sie in den Lübecker Nachrichten am Sonntag, wie alles begann, wie die Retter den Norden freischaufelten. Und am Neujahrstag die Geschichte der Schneebabys von Fehmarn – und was aus ihnen wurde. Ergänzend dazu gibt es im Internet auf LN online eine große multimediale Reportage mit Bildern, Videos und interaktiven Grafiken. Augenzeugen von damals kommen vor der Kamera zu Wort und erzählen von den Rettungseinsätzen und Leser zeigen uns Ihre eindrucksvollsten Bilder aus Lübeck und Umgebung. In einem großen Vorher-Nachher-Vergleich der Wetterkarten sehen Sie, wie dramatisch sich die Schneelage in diesen Tagen verändert hat und ein Klimaforscher erzählt, wie es zur großen Katastrophe kommen konnte. Dazu gibt es Informationen darüber, wie eine solche Katastrophe heute ablaufen würde – welche Empfehlungen etwa für die Vorratshaltung derzeit gelten und wie digitaler Katastrophenschutz funktioniert.

Marcus Stöcklin

27.12.2018
Tanja Köhler 27.12.2018
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