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Norddeutschland Schon Kleinigkeiten helfen: So wollen die Städte das Radfahren attraktiver machen
Nachrichten Norddeutschland Schon Kleinigkeiten helfen: So wollen die Städte das Radfahren attraktiver machen
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08:17 30.09.2019
Till Fuder, Klimamanager der Stadt Flensburg, steht mit seinem Fahrrad an einem der neuen Haltegriffe an Ampelmasten. 11 Metallgriffe wurde nach einem Projekt von Freiwilligen im Ökologischen Jahr an Ampeln installiert. Quelle: Carsten Rehder/dpa
Kiel/Rostock

Nicht nur mit großen Infrastrukturprojekten, auch mit Kleinigkeiten versuchen Städte im Norden, Radfahren attraktiver zu machen. So wurden etwa vor kurzem in Flensburg elf Haltegriffe an Ampeln montiert, die Radfahrern das Anhalten und Abfahren erleichtern sollen. Es sei eine Geste an die Radfahrer, sagte der Klimamanager der Stadt Flensburg, Till Fuder. Die Griffe allein brächten den Radverkehr in der Stadt natürlich nicht voran.

Ein Zeichen, dass man an Radfahrer gedacht hat

„Ampelgriffe sind kleine Aufmerksamkeiten, die den Radfahrenden signalisieren, dass man an sie denkt“, sagte auch der Vorsitzende des ADFC Schleswig-Holstein, Thomas Möller. Denn ein Ampelmast sei zu dick, um ihn mit der Hand greifen zu können, man könne sich nur mit der Hand anlehnen. In anderen Städten wie beispielsweise Norderstedt oder Rostock kämen die Griffe gut an.

In Norderstedt wurden Haltegriffe an Ampeln nach Angaben der Stadt bereits 2015 installiert. Insgesamt sind es 22 entlang der Rathausallee und der Berliner Allee - „beides Strecken, die von vielen Radfahrerinnen und Radfahrern benutzt werden“, sagte ein Stadtsprecher. Derzeit berate die Norderstedter AG Radverkehr zudem darüber, an anderen Orten weitere solcher Griffe anzubringen.

Auch Luftpumpstationen sind möglich

In Neumünster sollen die ersten Ampeln im kommenden Jahr mit Haltegriffen ausgestattet werden. Diese werden „als geeignetes Mittel gesehen, um das Halten an roten Ampeln und das anschließende Anfahren für die Radfahrenden zu erleichtern“, teilte eine Stadtsprecherin mit. Desweiteren wird die Installation von öffentlichen Luftpumpstationen geprüft. Zudem wurden dieses Jahr mobile Abstellanlagen für bis zu 300 Fahrräder angeschafft, die Besuchern etwa von Festen die Anreise mit dem Drahtesel schmackhafter machen sollen. Bei den ersten Einsätzen sei das neue Angebot sehr gut angenommen worden, teilte die Stadt weiter mit.

Die Landeshauptstadt Kiel sieht sich als Fahrradstadt. „Es ist unser Ziel, den Umstieg aufs Rad mit einer Vielzahl von städtische Maßnahmen zu erleichtern“, sagte der Sprecher. Dazu gehören etwa die Bereitstellung von öffentlichen Luftpumpen, viele Radabstellplätze und die Einrichtung von Velorouten im Stadtgebiet. Auch mit dem Thema Haltegriffe an Ampeln habe man sich befasst und es auch im Kieler Fahrradforum besprochen. „Derzeit ist aber nicht geplant, solche Haltegriffe zu installieren“, sagte der Sprecher.

Mancherorts sind die Bordsteinkanten zu hoch

Eine weitere relativ einfache, aber wirksame Maßnahme ist nach Angaben der Stadt Neumünster die „Ankeilung“ von zu hohen Bordsteinen mit Asphalt. An Einmündungen und Kreuzungen leidet demnach der Fahrkomfort für Radfahrende häufig wegen zu hoher Bordsteinkanten. Deren Absenkung wäre den Angaben zufolge mit zu hohen Kosten und zeitlichem Aufwand verbunden. „Die Maßnahme ist nicht unbedingt schick, aber zweckmäßig“, hieß es zu den Asphaltrampen. Die Verwaltung erhält den Angaben zufolge immer wieder Vorschläge zu weiteren „Ankeilungen“, die in der Regel zeitnah umgesetzt würden.

Ein Blick nach Skandinavien zeigt weitere Möglichkeiten auf, die Radlern in Städten das Leben erleichtern können. So gebe es in Dänemark und Schweden manchmal an Ampeln Geländer mit einer Schiene, wo man sich festhalten und den Fuß absetzen könne, sagte ADFC-Landeschef Möller. Wichtiger seien aber beispielsweise Einbahnstraßenöffnungen für Radfahrer, Fahrradstraßen, Lückenschlüsse im Radwegenetz oder auch die Beschilderung von Sackgassen, die für Radfahrer durchfahrbar sind.

Von RND/dpa

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