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Norddeutschland Schon mehr als 200 Heuler wurden 2019 in Friedrichskoog aufgepäppelt
Nachrichten Norddeutschland Schon mehr als 200 Heuler wurden 2019 in Friedrichskoog aufgepäppelt
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09:31 12.08.2019
Ein auf Sylt gefundener Heuler wird von der Quarantänestation in eines der Becken der Seehundstation in Friedrichskoog getragen. Quelle: dpa
Friedrichskoog

Schon mehr als 200 Heuler sind in diesem Jahr in der Seehundstation in Friedrichskoog aufgepäppelt worden. Jetzt kommen nur noch wenige neue Tiere dazu. Denn „die Geburtenzeit der Seehunde im Wattenmeer ist durch“, wie eine Sprecherin der Station sagte. 153 wurden zurück ins Wattenmeer zu ihren Artgenossen gebracht, sagt Stationsleiterin Tanja Rosenberger.

Die Robben-Babys wurden aus unterschiedlichen Gründen von ihren Müttern getrennt. Die Seehundstation Friedrichskoog ist gemäß internationalem Abkommen die einzige berechtigte Aufnahmestelle für Heuler in Schleswig-Holstein. Bis zu ihrer Auswilderung bleiben die Robben-Waisen meist zwei bis drei Monate in der Obhut der Tierschützer.

In Friedrichskoog sind im Jahr 2019 bislang mehr als 200 Heuler aufgenommen worden.

Heuler verraten Wissenschaftlern, wohin sie schwimmen

Was die Heuler nach der Auswilderung machen, erforschen zurzeit Wissenschaftler der Uni Kiel. Denn jenseits ihrer Liegeplätze an Stränden und auf Sandbänken weiß man bislang wenig vom Verhalten der Seehunde. Die Biologen hefteten deshalb 2017 acht jungen Seehunden kleine Sender ans Fell – sogenannte Datenlogger.

Nach der Auswilderung konnten die Wissenschaftler verfolgen, wohin die Tiere schwammen. „Zunächst blieben sie in der Nähe der Küsten“, sagt Biologin Verena Peschko. Erst langsam wagten sie sich weiter hinaus. Der Rekord war „zehn Wochen nach der Auswilderung 350 Kilometer hinaus in die offene Nordsee.“

Aktuell laufen die gleichen Untersuchungen bei Kegelrobben-Heulern. Drei Tiere aus der Station Friedrichskoog und drei aus dem niedersächsischen Norden-Norddeich haben Sender auf ihren Rücken. „Die Kegelrobben sind bislang etwas ,lokaler’ unterwegs“, berichtet Peschko. Einmal habe sich ein Jungtier jedoch schon rund 150 Kilometer vom Festland entfernt."

Seehunde können Magnetfelder wahrnehmen

Doch wie orientiert sich ein Seehund auf dem offenen Meer, wie findet er zurück zu „seiner“ Sandbank? Untersuchungen des Rostocker Marine Science Center haben gezeigt, dass ein Seehund magnetische Felder wahrnehmen kann. Er könnte sich also am Erdmagnetfeld orientieren. Außerdem hat ein Seehund einen gut entwickelten Zeitsinn. So weiß er, wie weit er geschwommen ist. „In einem ersten Experiment zur Distanzabschätzung war ein Seehund in der Lage, zumindest eine Distanz abzuschätzen und zu reproduzieren“, lautet das Fazit der Rostocker Forscher.

Und wie kann ein Seehund weit draußen auf dem Meer satt werden? Das haben Forscher der Ruhr-Universität Bochum schon vor Jahren herausbekommen. Die Robbe orientiert sich in trüben oder dunklen Gewässern mit ihren Barthaaren. Die sind so empfindlich, dass der Seehund winzige Wasserwirbel über Distanzen von bis zu 40 Metern verfolgen kann. Weil Fische durch ihre Flossenbewegungen typische Wirbel im Wasser hinterlassen, wissen Seehunde genau, welche Beute sich in ihrer Nähe befindet.

Von dpa/RND

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