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Norddeutschland Seenotretter halfen 600 Menschen
Nachrichten Norddeutschland Seenotretter halfen 600 Menschen
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22:10 21.10.2016
Essen

. Seenotretter haben dieses Jahr schon 600 Menschen aus Notlagen befreit, 53 von ihnen sogar aus akuter Seenot. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) rückte bis Mitte Oktober zu 1800 Einsätzen aus, im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Einsätze damit leicht gesunken, damals waren es 1900 Fahrten. Allerdings: Insgesamt bleibt die Menge der Einsätze ähnlich hoch wie in den vergangenen zehn Jahren, sagte ein Sprecher gestern in Essen. Der Schiffsverkehr vor und Wassersport an den Küsten nimmt derweil weiter zu. Der DGzRS-Sprecher geht deswegen davon aus, dass die Einsatzzahlen in den kommenden Jahren weiter steigen werden.

Doch nicht nur in heimischen Gewässern waren die Seenotretter unterwegs: Von März bis Juni reisten sie mit einem Kreuzer in die Ägäis, um griechische Kollegen auszubilden.

Und sie halfen dabei, Flüchtlinge zu retten, die auf seeuntüchtigen Schlauchbooten von der türkischen Westküste zu den vorgelagerten griechischen Inseln unterwegs waren. Innerhalb der dreimonatigen Mission hatte die deutsche Crew geholfen, rund 1100 Menschen aus Gefahrensituationen zu befreien. Auch etwa 200 Kinder waren darunter.

Die DGzRS zieht stets im Oktober nach Ende der Wassersportsaison eine erste Jahresbilanz. Ungewöhnlich in diesem Jahr: Die Bilanzkonferenz fand auf dem Gelände des Unesco-Weltkulturerbes Zeche Zollverein in Essen statt. Die Ruhrstadt ist der Geburtsort des aktuellen Botschafters der Seenotretter, Schauspieler Markus Knüfken.

Die Seenotretter finanzieren ihre Arbeit ohne Steuergelder aus Spenden und freiwilligen Zuwendungen. Auf etwa 20 Millionen Euro beläuft sich das jährliche Spendenvolumen im Schnitt, einen Großteil machten nach Auskunft des Sprechers Gelder aus Nachlässen aus. Die rund 180 festangestellten und 800 ehrenamtlichen Seenotretter betreiben an der Nord- und Ostseeküste und auf den Inseln insgesamt 54 Stationen.

LN