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Norddeutschland „Sh.itslearning“: Kurioser Name sorgt bundesweit für Aufmerksamkeit
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„Sh.itslearning“: Kurioser Name sorgt bundesweit für Aufmerksamkeit

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17:50 09.11.2020
In Schleswig-Holstein hat das Portal „itslearning“ durch seinen Domain-Namen für viele Lacher gesorgt. Quelle: Marijan Murat/dpa
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Lübeck/Kiel

Durch eine unglückliche Kombination aus dem Landeskürzel Schleswig-Holsteins und dem Lern-Management-System „itslearning“ entstand: „Sh.itslearning“. Der etwas zweideutige Domain-Name sorgte über das Wochenende nicht nur in Schleswig-Holstein für Aufmerksamkeit, sondern erzeugte bundesweit zumeist amüsierte Reaktionen.

SPD und CDU äußern sich bei Twitter

Ziel des Namens war eigentlich eine leichte und verständliche Erreichbarkeit der Internetseite. „Dass man die Adresse auch als ,Shit’s learning’ lesen kann, mag für manche ein Schenkelklopfer sein, ist aber für den Erfolg des Projekts nicht von Belang“, sagt David Ermes, Sprecher des Bildungsministeriums Schleswig-Holstein. Zum 30. Oktober waren schon 260 Schulen und über 125 000 Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte an dieses System angeschlossen.

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Unter dem Hashtag „shitslearning“ haben beim sozialen Netzwerk Twitter viele Nutzer über den Namen diskutiert. Die meiste Aufmerksamkeit bekam der Tweet von Serpil Midyatli, Vorsitzende der SPD Schleswig-Holstein, mit über 2000 Likes. Die Bildungspolitikerin twitterte am Sonntag: „Der verunglückte Name für das neue Lernportal in Schleswig-Holstein ist irgendwie symptomatisch für die Performance der Bildungsministerin während der Pandemie“.

Wenig später konterte Ressortchefin Karin Prien (CDU) ebenfalls über Twitter, dass die Regierung in der Corona-Pandemie in Rekordzeit eine leistungsfähige Lernplattform eingeführt habe. Andere arbeiteten sich „an Pennälerhumor und der URL der Website eines Dienstleisters ab“.

Aziz Bozkurt, Bundesvorsitzender der AG Migration und Vielfalt der SPD, antwortet auf den Tweet von Serpil Midyatli: „Wie geil, Profis am Werk“. Außer ihm haben noch über hundert weitere Personen auf den Tweet reagiert.

Schulen haben lange auf das System gewartet

Bernd Schauer, Geschäftsführer der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Schleswig-Holstein, sagte auf LN-Anfrage, er finde eine Diskussion über „Sh.itslearning“ nicht lohnenswert. Eigentlich seien viele froh darüber, dass es diese Plattform gebe – Schulen hätten lange auf ein einheitliches System gewartet. Die Kommentare der Politiker kann er nicht nachvollziehen. Für sie gebe es momentan wichtigere Dinge zu erledigen. Schauer sieht aber auch ein, dass der Name eine „blöde Assoziation“ ist. Er begrüße es jedoch sehr, dass es diese Plattform gibt. „Entscheidend ist, was dahintersteckt, nicht die Formulierung der Domain“, sagt er.

Einige Nutzer verteidigen „Sh.itslearning“

Auf Facebook sind sich viele Nutzer einig, dass man sich den Link durch seinen lustigen Namen besser einprägen könne. „Entweder wurde die Marketingabteilung übergangen, oder sie ist sehr pfiffig, denn diese Zweideutigkeit kann man sich auf jeden Fall gut merken“, kommentiert ein Leser. Einige sehen über den Namens-Fauxpas hinweg. „Itslearning ist echt gut. Mein Sohn hat vor 5 Jahren in Norwegen damit bereits gelernt und seine Hausaufgaben dort gemacht“, kommentiert eine Leserin. Auch Lösungsvorschläge für einen besseren Namen lassen sich unter den Kommentaren finden. So hätte man laut einem Leser auch das Landeskürzel an das Ende der Domain hängen können: itslearning.sh. „Ausgerechnet hier musste es diesmal vorne sein“, sagt er.

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Von Jule Arista Runde