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Norddeutschland Sig Sauer: Einigung auf Bewährung
Nachrichten Norddeutschland Sig Sauer: Einigung auf Bewährung
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18:12 27.02.2019
Die Angeklagten (r. und l) wollen Geständnisse ablegen und wissen bereits jetzt, dass ihre Strafen zur Bewährung ausgesetzt werden.
Die Angeklagten (r. und l) wollen Geständnisse ablegen und wissen bereits jetzt, dass ihre Strafen zur Bewährung ausgesetzt werden. Quelle: Rehder/dpa
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Kiel

Drei ehemaligen Managern der Waffenfirma Sig Sauer aus Eckernförde drohen wegen Pistolenlieferungen über die USA nach Kolumbien Bewährungsstrafen. Staatsanwaltschaft, Verteidiger und das Landgericht Kiel haben sich am Mittwoch auf entsprechende Strafrahmen verständigt. Die drei Angeklagten hätten Bewährungsstrafen in zwei Fällen in Höhe von bis zu elf Monaten und im Fall des Managers der US-Schwester von bis zu einem Jahr und zehn Monaten zu erwarten, sagte der Vorsitzende Richter Markus Richter. Hinzu kämen Geldstrafen in Höhe von bis zu 900 000 Euro. Im Fall eines Angeklagten kommen bis zu 250 Tagessätze hinzu. Im Gegenzug legten die Angeklagten Geständnisse ab.

Illegaler Weiterverkauf nach Kolumbien

Laut Anklage sollen die Männer für die Lieferung von mehr als 47 000 Pistolen vom Typ SP 2022 aus Deutschland in die USA zwischen April 2009 und April 2011 verantwortlich sein. Von diesen Waffen wurden mehr als 38 000 nach Kolumbien weiterverkauft. Die vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) erteilten Genehmigungen schlossen laut Gericht aber eine Ausfuhr nach Kolumbien aus. Laut dem Anwalt von Sig Sauer Eckernförde war die Ausfuhr genehmigungsfähig. Der Verkaufswert der Waffen wird auf mehr als 16 Millionen US-Dollar geschätzt.

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dpa