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Norddeutschland Oldenburger Mittelalter-Festival: Die große Schlacht der Slawen
Nachrichten Norddeutschland Oldenburger Mittelalter-Festival: Die große Schlacht der Slawen
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16:00 16.07.2019
Die Slawentage in Oldenburg sind berühmt für ihre Schlachten: Mit mehr als 100 Kämpfern geht es wild her – und die Besucher sind mitten drin. Quelle: HFR
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Oldenburg, Oldenburg

Zurück in die Vergangenheit – zurück in das neunte und zehnte Jahrhundert. Wo Schmiede aus glühendem Eisen kunstvolle Messer formten, Garne und Tuche noch in Pflanzensuden gefärbt wurden, Silberschmiede und Glasperlenmacher kostbare Schmuckstücke herstellten und all diese und viele weitere Waren an Ständen auf dem Marktplatz zu kaufen waren.

An zahlreichen Ständen können Besucher miterleben, wie aus glühendem Eisen Messer geformt oder beispielsweise Garne gefärbt werden. Quelle: HFR

Wer sich schon immer gefragt hat, wie das Leben im Mittelalter aussah, wie sich Krieger, Handwerker und Händler aus ganz Europa verständigten und miteinander lebten, der hat bei den Slawentagen im Oldenburger Wallmuseum die Chance, das zu erfahren und mitzuerleben. Das Mittelalter-Festival können Besucher am Sonnabend, 21. Juli, und Sonntag, 22. Juli, erkunden.

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Historische Schau-Schlachten sind die Höhepunkte

Höhepunkte der Slawentage sind große Schau-Schlachten, die zwar nicht wie im vergangenen Jahr auf historisch belegten Gefechten basieren, wohl aber die historische Art zu kämpfen veranschaulichen: Wikinger landen mit ihren Schiffen am Ufer und stürmen den Markt, während die verzweifelten Verteidiger die Angreifer mithilfe von Speeren und Steinen zu vertreiben versuchen.

„Die Schlachten zeigen den Besuchern, wie schnell Konflikte entstanden sind. Dabei befinden sich die Festival-Besucher mitten im Geschehen, werden von den Angreifern ein bisschen gescheucht“, sagt Wallmuseum-Geschäftsführer Stephan Meinhardt.

Die Hälfte der Kämpfer liegt am Boden – die Schlacht ist verloren. Da die Kämpfe nicht geskriptet sind, geht jeder Kampf anders aus. Quelle: Hfr

Da die Kämpfe nicht geskriptet sind, ist jeder der Kämpfe gleichbleibend spannend und anders. Der Gewinner ist offen. „Da gewinnen mal die Guten und mal die Bösen“, sagt Meinhardt.

Internationale Schau-Krieger extra nach Oldenburg angereist

Die engagierten Show-Krieger reisen extra für die Schlacht „aus aller Herren Länder wie zum Beispiel Dänemark, Schweden, England, Frankreich, Polen, ja sogar aus Neuseeland und natürlich auch aus Deutschland zu uns nach Oldenburg“, sagt Meinhardt. „Das sind wirkliche Kämpfe. Bis man das drauf hat, dauert es Jahre und die trainieren ja zweimal die Woche.“

Bei der Frage, was das Tolle an den Slawentagen sei, muss Meinhardt schmunzeln: „Da muss ich eigentlich eher eine Gegenfrage stellen: Was ist nicht toll an den Slawentagen?“ Für Klein und Groß gibt es „ein Programm, das ist so bunt wie die Darsteller selbst.“

Slawentage: Das Programm

Sonnabend, 20. Juli

10 Uhr: Marktbeginn

10.30 Uhr: Mittelalterliche Musik „Die Lautlosen“

11.30 Uhr: Kampfshow „Sammelt den Fyrd!“

12.30 Uhr: Mittelalterliche Musik „Die Lautlosen“

13 Uhr: Museumsführung

14 Uhr: Falknerei-Vorführung

14.30 Uhr: Waffenvorführung und Kampfshow

15 Uhr: Museumsführung

15.30 Uhr: Vorführung „Mode des frühen Mittelalters“

16 Uhr: Mittelalterliche Musik „Die Lautlosen“

17 Uhr: Kampfshow „Der Fischerjunge“

Sonntag, 21. Juli

10 Uhr: Marktbeginn

10.30 Uhr: Mittelalterliche Musik „Die Lautlosen“

11.30 Uhr: Kampfshow „Sammelt den Fyrd!“

12.30 Uhr: Mittelalterliche Musik „Die Lautlosen“

13 Uhr: Museumsführung

14 Uhr: Falknerei-Vorführung

14.30 Uhr: Waffenvorführung und Kampfshow

15 Uhr: Museumsführung

15.30 Uhr: Vorführung „Mode des frühen Mittelalters“

16.30 Uhr: Kampfshow „Der Fischerjunge“

17.30 Uhr: Mittelalterliche Musik „Die Lautlosen“

Eintritt:Erw.: 8 Euro, Kinder ab 6 Jahren: 4 Euro, Familien: 19 Euro

Mehr Informationen unter www.oldenburger-wallmuseum.de.

Zeitreise ins Mittelalter: Bogenschießen und Markt

So könnten sich die Besucher beim Bogenschießen ausprobieren, an einer Museumsführung teilnehmen, die ereignisreichen Schlachten bestaunen oder sich die Mode des frühen Mittelalters vorführen lassen. Bei dem Markt gibt es hübsche Andenken zu erstehen. Außerdem zeigen Schausteller im mittelalterlichen Look, wie im neunten und zehnten Jahrhundert handwerklich gearbeitet wurde und wie aus Stein, Holz, Metall und Stoff Alltägliches entstanden ist.

Stein, Holz, Metall, Stoff: An verschiedenen Ständen wird gezeigt, wie Handwerker im Mittelalter gearbeitet haben. Quelle: HFR

Auch dieses Jahr steht wieder eine Falknerei-Vorführung auf dem Programm, bei der die Besucher die Greifvögel aus nächster Nähe bewundern können.

Märchenerzählerin für kleine Besucher des Mittelalter-Fests

Spannend insbesondere für die jüngsten Besucher ist auch die Märchenerzählerin, die mit Handpuppen alte Sagen und Mythen erzählt. Und musikalisch wird es auch: Die Mittelalter-Band „Die Lautlosen“ tritt mit zwei Dudelsäcken, Trommel und Gitarre auf und bringt ordentlich Stimmung unter die Besucher.

„Die Slawentage sind natürlich darauf ausgelegt, die Besucher zu unterhalten. Aber es ist einfach toll, wie es gelingt, dies mit dem Geschichtlichen zu verbinden. Die Dinge gegenüberzustellen und zu zeigen – so war es damals, so ist es heute“, sagt Meinhardt.

Josephine Andreoli