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10:45 31.05.2019
Rosemarie Siggelkow baut eigens Gemüse an. Quelle: Wolfgang Maxwitat
Lübeck

20,5 Prozent haben die Grünen bei der Europawahl angekreuzt und damit ein Bekenntnis zum Klimaschutz abgelegt. Doch wie sieht es mit Umweltbewusstsein im Alltag aus? Die LN haben sich umgehört.

Müll trennen und Plastik vermeiden

„Wir trennen zu Hause unseren Müll und vermeiden Plastik“, sagt Erika Köster (66) aus Lübeck. Ihre Heizung habe sie von Kohle auf Gas umgestellt. „Der alte Ofen ging auch nicht mehr, aber wir sind froh, dass wir jetzt umweltfreundlicher heizen.“ Die Bereitschaft, einen Beitrag zu leisten, sei groß, meint die Verkäuferin. „Darauf haben die etablierten Parteien noch nicht wirklich reagiert.“

Alexander Schreiber (26) wohnt in Herrnburg (Nordwestmecklenburg) und versucht, auf das Auto möglichst zu verzichten und das Fahrrad zu nehmen. „Gerade die junge Generation sieht, dass wir keinen Ersatzplaneten haben“, meint der Uni-Angestellte. „Die wollen, dass etwas passiert.“

Chantal Dechert (21) und ihr Kollege Benjamin Schweizer (21) sind beide Tischler-Lehrlinge in Lübeck. Sie mögen beide kein in Plastik verpacktes Obst oder Gemüse und bauen einiges selbst im Garten an. „Ich fahre viel Rad und habe dafür eine App, die mitzählt, welche Strecken ich zurücklege“, sagt sie.

Lübecker sagen, was sie tun, um ihr grünes Gewissen zu beruhigen.

Freizeit am Wohnort verbringen

„Die Politik muss wach gerüttelt werden!", findet Benjamin Schweizer. „Nicht wenige konservative Politiker sind doch immer noch der Meinung, dass der Klimawandel nicht menschengemacht ist, obwohl Wissenschaftler etwas anderes sagen.“ In der Folge gehe es vielfach weiter wie bisher. „Es ist erschreckend, wie wenig in den letzten Jahren passiert ist.“ Er selbst fahre wenig Auto und verbringe seine Freizeit meist in seinem Wohnort Lübeck. „Aus Umweltgründen. Aber auch, weil Busse und Bahn zu teuer sind.“

Auch Lars Damm (54) ist begeisterter Radfahrer. „Bei Getränken habe ich von Plastik- auf Glasflaschen umgestellt. Ich kaufe auch keine unnützen Klamotten.“ Ihn selbst hätten die Fridays for Future“-Demos nachdenklich gemacht, erzählt der Erzieher. „Die meisten Politiker versuchen nur, sich gegenseitig die Verantwortung zuzuschieben.“

Sonnenkollektor auf dem Dach

„Wir haben einen Sonnenkollektor auf dem Gartenhaus“, berichtet Janina Tesch (35), Arzthelferin aus Lübeck. Auch sie meide Plastik, pflanze Gemüse, außerdem verwende sie ein Öko-Putzmittel. Doch man stoße an Grenzen. „E-Autos sind für eine normale Familie zu teuer, regionale Lebensmittel oft auch“, ist ihre Ansicht. Die Politik müsse das realistisch sehen.

„Motivieren und informieren“, das ist es, was Cheyenne Zoch (22), Medizinische Fachangestellte aus Bad Segeberg, von den Parteien erwartet. „Aus beruflichen Gründen brauche ich ein Auto, aber was geht, erledige ich in Segeberg.“ Ansonsten versuche sie beim Einkaufen Müll zu vermeiden.

Bustickets zu teuer

Claudia Eisold (54) bedauert, dass sie und ihr Mann zwei Autos brauchen. „Mit E-Autos kommt man nicht weit.“ Ihre drei Kinder hätten Schülertickets, sagt die Hausfrau, die mit ihrer Familie vor kurzem nach Lübeck gezogen ist. „Die Tickets sind ganz schön teuer. Vorher war das günstiger für uns.“ Vielleicht könne die Politik in diesen Fragen mehr tun, um das Angebot für Bürger attraktiver zu machen. Ihr Haus sei modernisiert und solle noch gedämmt werden, auf dem Dach ist eine Solarthermieanlage.

Rosemarie Siggelkow (68) baut in Hochbeeten auf ihrem 1000 Quadratmeter großen Grundstück rote Bete, Tomaten, Radieschen, Salat, Zwiebeln und Erdbeeren an. Gartenabfälle entsorgt sie auf dem Komposthaufen. Vielleicht auch ein Beitrag für die Umwelt, überlegt sie. „Was man selbst anbaut, braucht man nicht zu kaufen.“ Ihr Wunsch an die Politik: „Weniger Autos, mehr Bäume.“

Marcus Stöcklin

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