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Norddeutschland So können die Züge pünktlicher werden
Nachrichten Norddeutschland So können die Züge pünktlicher werden
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20:05 16.04.2019
Der Lübecker Hauptbahnhof: Vor allem die Züge nach Hamburg und Kiel sind oft unpünktlich. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

Das geht aus einer Pünktlichkeitsstatistik des Nahverkehrsverbundes Nah.SH hervor. Die Linie RE 80 beispielsweise war im vergangenen Jahr nur in 88,4 Prozent der Fahrten pünktlich – also weniger als sechs Minuten zu spät. Immerhin: Wer auf derselben Strecke den RE 8 ohne Halt in Ahrensburg nutzte, kam in 91,6 Prozent der Fälle fahrplanmäßig an. Zwar sehen die Zahlen für den Jahresanfang 2019 besser aus, aber geklärt ist die Sache damit nicht.

Pro Bahn kritisiert alte Loks

Karl-Peter Naumann vom Fahrgastverband Pro Bahn sieht auf der Strecke LübeckHamburg zwei Probleme. Zum einen setzte die Deutsche Bahn alte Loks ein, für die es kaum Ersatzteile gebe. Die Folge: Züge verspäten sich oder fallen ganz aus. „Die Bahn muss sich um neue Loks kümmern“, sagte Naumann. Und das tue sie wohl auch. Ein zweites Problem sei die Strecke selbst: „Die Strecke ist an ihrer Kapazitätsgrenze. Und dann nimmt die Fehlerquote zu.“

Besonders um Hamburg herum gibt es Engpässe, erklärt ein Sprecher von Nah.SH: „Es gibt keine Reserve oder Ausweichmöglichkeit. Wenn hier etwas passiert, liegt die ganze Strecke still.“ Deswegen soll die S-Bahn-Linie 4 ausgebaut werden: Der erste Abschnitt ist in der Planfeststellung, bis zum Sommer sollen die Details entschieden sein. Naumann dauert der Prozess zu lange, die Landespolitik müsse endlich eine Entscheidung treffen: „Sie muss dafür sorgen, dass es an die Schienen geht.“

Nah.SH: Bahn muss schneller reagieren

Nah.SH schreibt unpünktliche Züge zwischen Lübeck und Hamburg auch dem „Alltagsärger“ zu: „Es ist einfach die Summe von viel Kleinkram.“ Zum Beispiel müsse die Bahn daran arbeiten, schneller auf Oberleitungsstörungen zu reagieren. Auch zwischen Lübeck und Kiel kam es im vergangenen Jahr häufiger zu Verspätungen, in fast zehn Prozent der Fahrten. Das liege am Ausbau der Strecke für höhere Geschwindigkeiten: „Die Bauarbeiten finden glücklicherweise statt und das muss man aushalten.“

Das Land versuche immer wieder, Druck auf die Deutsche Bahn auszuüben, teilte eine Sprecherin des Verkehrsministeriums mit. Aber die kurzfristigen Möglichkeiten seien begrenzt. Der Verkehrsminister verhänge einen Malus für jeden Monat, in dem die Pünktlichkeitsquote unter den vereinbarten 93 Prozent liegt. Derzeit laufen die Berechnungen für das Jahr 2018 – „es wird definitiv Kürzungen geben“.

CDU hält Zahlungs-Kürzungen für richtig

Der CDU-Verkehrspolitiker Hans-Jörn Arp betonte, Zahlungen zu kürzen sei richtig. Damit signalisiere die Jamaika-Koalition, dass sie den Missstand nicht akzeptiere. Die Bahn müsse dringend handeln: „Es liegt an einem Versagen des Managements, dass im Lübecker Raum zu wenig Lokführerinnen und Lokführer zur Verfügung stehen.“

Auch der verkehrspolitische Sprecher der SPD, Kai Vogel, forderte die Bahn dazu auf, den Engpass beim Personal zu beheben und so für mehr Pünktlichkeit im Regionalverkehr zu sorgen. Christopher Vogt von der regierungstragenden FDP bemerkte, auf der Marschbahn seien positive Entwicklungen zu erkennen. Die Landesregierung werde den politischen Druck auf die Bahn weiter hochalten.

Annabell Brockhues

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