Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland So viel Zeit und Geld kosten Polizei-Einsätze an Stadien
Nachrichten Norddeutschland So viel Zeit und Geld kosten Polizei-Einsätze an Stadien
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:10 21.02.2018
Kiel

Die Landespolizei legte gestern Zahlen vor, die sich allein auf die Heimspiele des Neu-Zweitligisten KSV Holstein Kiel beziehen. 17803 Stunden Dienst hatten Beamte am Rande von Zweitligapartien im vergangenen Jahr zu leisten, gut 3000 sind in diesem Jahr schon dazugekommen. In den vergangenen zwei Spielzeiten wurden Landespolizisten zudem zur Unterstützung von anderen Bundesländern angefordert. Jeweils 40 bis 150 Einsatzkräfte sorgten zweimal bei Spielen von Hansa Rostock für Sicherheit, sechs Mal bei Werder Bremen, einmal beim HSV, einmal in Hannover und sogar einmal beim DFB-Pokalfinale in Berlin.

Eine Beispielrechnung der Landespolizei geht davon aus, dass pro Einsatz Gesamtkosten in Höhe von 131000 Euro entstehen. Nicht darin enthalten seien Kosten für die Verpflegung, An- und Abreise der eingesetzten Kräfte, Verschleiß von Einsatzgerät oder auch Kosten, die durch Schäden oder Verletzungen entstehen. Vier Polizeibeamte waren vergangenes Jahr bei Holstein-Einsätzen verletzt worden.

Die FDP im Kieler Landtag ficht das nicht an. „Im öffentlichen Raum lehnen wir eine Beteiligung der Deutschen Fußball Liga (DFL) an den Mehrkosten eines Polizeieinsatzes bei Hochrisikospielen ab“, sagte Fraktionschef Christopher Vogt. „Es ist Aufgabe der Polizei, dort die Sicherheit zu garantieren.“ Ähnlich sehen es die Sozialdemokraten. Wem solle denn künftig die Lagebeurteilung überlassen werden, fragte Kathrin Wagner-Bockey. Auch Tim Brockmann (CDU) hat Bauchschmerzen bei dem Urteil des OVG Bremen. „Wo fängt Gewalt außerhalb der Stadien räumlich oder zeitlich an?“

Beim VfB Lübeck reagierte man gestern gelassen. Von dem Urteil seien nur die Profi-Ligen betroffen, sagte Vorstandsmitglied und Geschäftsstellenleiter Florian Möller. „Wir rechnen auch künftig nicht damit, dass da Mehrkosten auf uns zukommen.“ Was außerhalb des Stadions passiere, „dafür ist das Land zuständig“. In dieser Saison sei ohnehin nur eine Partie auf der Lohmühle als Risikospiel eingestuft: die Begegnung gegen St. Pauli II. Curd Tönnemann/Jens Kürbis

LN