Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland So wird der Stau im Norden bekämpft
Nachrichten Norddeutschland So wird der Stau im Norden bekämpft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:58 16.09.2019
Stockender Verkehr auf der A 1: Die Zahl der Baustellen hat sich erhöht. Quelle: Kim Meyer
Lübeck

Hamburg ist das Nadelöhr, auf den Autobahnen durch die Hansestadt stockt häufig der Verkehr. „Mit den vorhandenen sechs Fahrspuren auf der A 7 und A 1 auf Hamburger Gebiet können die prognostizierten Verkehrsmengen nicht mehr abgewickelt werden. Dauerstau wäre die Folge“, sagt Christian Merl.

Er ist seit 2017 „gemeinsamer Verkehrskoordinator“ von Hamburg und Schleswig-Holstein. In dieser Funktion könne er schon frühzeitig die Probleme mit den Kollegen ansprechen und Lösungen finden. „Eine unserer wichtigsten Aufgaben zuletzt war es, Pendler aus oder nach Schleswig-Holstein flüssig durch das Autobahndreieck Hamburg-Nordwest zu führen, oder im Bereich Waltershof die Auffahrtssituation für die Hafenverkehre auf die A 7 in Richtung Flensburg zu verbessern“, sagt Merl.

Beeinträchtigungen reduzieren

„Unsere Infrastruktur im Norden ist sehr betreuungsintensiv. Wir versuchen, die Beeinträchtigungen für Autofahrer durch gute Koordination der Baustellen auf ein Minimum zu reduzieren“, so der Verkehrskoordinator. Zum Beispiel habe man die Baumaßnahmen auf der A 24 in Hamburg um ein Jahr nach hinten geschoben, als es in Schleswig-Holstein die notwendigen Bauarbeiten auf der A 1 gab. „Genauso sprechen wir uns bezüglich der Erhaltungsmaßnamen in Schleswig-Holstein auf der Umleitungsstrecke A 1, A 21 und B 205 genau ab. Diese benötigen wir, wenn wir die A 7 für Arbeiten an Wochenenden voll sperren müssen“, sagt Merl. An diesem Wochenende ist das der Fall, auch im Oktober und Dezember wird die A 7 für ein ganzes Wochenende gesperrt..

Hat die Autobahnen im Norden im Blick: Christian Merl. Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Treffen im „Bullaugenraum“

Man müsse intensiv planen und koordinieren, aber auch gut informieren, insbesondere auch die umliegenden Kreise. „Wir treffen uns zweimal im Jahr in großer Runde und diskutieren die nächsten anstehenden Baumaßnahmen und deren Koordinierung. Wer ein Problem sieht, hebt einfach die Hand – dann wird das Problem diskutiert und eine Lösung gesucht“, erklärt Merl.

Das nächste Treffen finde im November statt, im „Bullaugenraum“ des Hamburger Elbtunnel, direkt über der A 7. Der Schnelsener Tunnel soll im Dezember 2019 fertig werden, der Tunnel Stellingen Ende 2020. Die Bauarbeiten am Tunnel Altona sollen in 2020 beginnen. „Für die Metropolregion ist entscheidend, dass wir die A 7 auf Hamburger Gebiet achtspurig ausbauen. Immerhin wird der Verkehr laut den Prognosen weiter stark zunehmen.“

A-1-Baustellen Ende 2019 fertig

Zurzeit sind die gerade begonnenen Bauarbeiten auf der A  1 zwischen dem Autobahnkreuz Hamburg-Süd und der Anschlussstelle Hamburg-Stillhorn im Fokus. „Die Baumaßnahmen im Mittelstreifenbereich der A 1 sollen Ende 2019 abgeschlossen werden, damit wir dann die Sanierung und den Ausbau der A 7 südlich des Elbtunnels mit der Deges im Jahr 2020 können“, erklärt Merl. Im Herbst 2020 werde mit der Erweiterung der A7 südlich des Elbtunnels begonnen, die mit 3,8 Kilometern die längste Autobahnbrücke Deutschlands, die bis nach Moorburg reicht. Dann brauche man eine möglichst leistungsfähige A 1.

Notfälle können Planung durchkreuzen

Arbeiten an Brückenpfeilern in Höhe Hamburg-Billstedt sollen bis Ende 2019 beendet sein, damit dort je Fahrtrichtung wieder drei Fahrstreifen zur Verfügung stehen. Erst nach Fertigstellung der A  7 in den Jahren 2025/26 startet die Erweiterung der A 1. „Natürlich kann es immer sein, dass Notfallmaßnahmen die Planung durchkreuzen, die ein sofortiges Handeln erforderlich machen“, sagt Merl. Die Koordination sei zudem extrem abhängig von der Verfügbarkeit der Auftragnehmer zu den passenden Baufenstern. Das sei in Zeiten des Baubooms eine große Herausforderung.

Hier wird bis Herbst 2020 auf der A1 gebaut. Quelle: Grafik: Wenzel

ADAC lobt Engagement

Lob für die Arbeit des Verkehrskoordinators kommt vom ADAC. „Christian Merl ist der richtige Mann an der richtigen Stelle. Wir finden sein Engagement sehr gut, gerade beim Ausbau der A 7 war das nötig“, sagt Christian Hieff vom ADAC Hansa in Hamburg. Es sei eine jahrelange Forderung des ADAC Hansa gewesen, einen gemeinsamen Verkehrskoordinator zu bekommen. Es könne nicht sein, dass mehrere Bundesländer „allein vor sich hinwursteln zu Lasten der Pendler“. Trotz der guten Arbeit stoße Merl aber an Grenzen, weil es viele parallele Baustellen gebe. „Auch mit dem Verkehrskoordinator müssen wir mit Staus leben, weil die Infrastruktur lange vernachlässigt wurde“, erklärt der ADAC-Sprecher.

Stelle soll verlängert werden

„Gerade vor dem Hintergrund, dass wir zahlreiche Baustellen haben, um die Straßen instandzusetzen, ist es gut, dass man die Maßnahmen rechtzeitig koordiniert“, sagt Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP). Das Land stecke pro Jahr 90 Millionen Euro in den Straßenbau, eine Vervierfachung gegenüber den Vorjahren. „jeder der durchs Land fährt, spürt, dass nach jahrelangem Stillstand etwas getan wird. Das bringt etwas für Urlauber und Pendler“, sagt Buchholtz. Schleswig-Holstein will die Stelle des „gemeinsamen Verkehrskoordinators“ deshalb verlängern, eine entsprechende Verwaltungsvereinbarung mit Hamburg liegt auf dem Tisch.

Hier wird auf der A 1 in Schleswig-Holstein gebaut:

Auf der Autobahn 1 in Schleswig-Holstein sind bis zum Herbst 2020 folgende Erhaltungsmaßnahmen geplant:

Fahrbahnerneuerung AS Neustadt i.H. Pelzerhaken – Rastplatz Hasselburger Mühle, Richtungsfahrbahn Nord, km 88+670 bis km 92+780; Bauzeit: 02.09. – 29.11.2019

• Bau einer Mittelstreifenüberfahrt im Bereich der AS Ahrensburg bei km 18+260, Bauzeit: 16.09 -24.09.2019

Fahrbahnerneuerung AK Lübeck A1 / A20 – AS Lübeck Zentrum, Rifa Nord, km 52+450 – km 58+000; Bauzeit: 20.04.2020 – 22.11.2020

Fahrbahnerneuerung AS Stapelfeld - AK Bargteheide, Rifa Nord, km 19+050 - 25+035; Bauzeit: August 2020 – November 2020

• Endmarkierung Bereich AS Neustadt i.H. Mitte – Rastplatz Hasselburger Mühle, beide Rifa, Bauzeit: Frühjahr und Herbst 2020

Außerdem sind Unterhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen noch in diesem Jahr vorgesehen:

Betonsanierungen in der 2. und 3. Fahrspur, im Bereich der A 1 Richtungsfahrbahn Norden km 49,470 – 50,170 zur Ertüchtigung der Verkehrsführung der anstehenden Grundhafte Sanierung A 1 AS Lübeck-Moisling – AS Lübeck-Zentrum

Betonsanierungen in der 1. und 2. Fahrspur, im Bereich der A 1 Richtungsfahrbahn Süden km 34,950 – 30,500

• Erneuerung der Markierung A 1 AK Hamburg-Ost, Umgestaltung und Entschärfung Fahrspurwechsel der zusammenlaufenden Verkehrsströme A 1 und A 24 vom Tunnel Barsbüttel gemäß Anordnung aus 2016

• Markierung A 1 Rifa Nord km 7,500 – 11,100

• Markierung A 1 Rifa Süd km 11,400 – 7,000 (Restleistung, die 2018 nicht mehr ausgeführt wurde)

• Lückenschluss in der Markierung A 1 km 45,500 – 52,500 (die aus den Betonsanierungen 2016/2017 resultiert und 2018 nicht mehr ausgeführt wurde)

Es laufen derzeit Abstimmungen zwischen Hamburg, Schleswig-Holstein und der Autobahngesellschaft des Bundes, bereits zum 1.1.2020 Maßnahmen an die Autobahngesellschaft zu übergeben, so dass sich noch Verschiebungen ergeben können.

Lesen Sie auch:

Lübeck: Eine Leitstelle für weniger Staus

Autobahnzubringer Reinfeld wird zur Baustelle

Von Christian Risch

Die Woche beginnt in Hamburg und Schleswig-Holstein mit wechselhaftem Wetter. Während am Montag bei einem Mix aus Sonne und Wolken Temperaturen von 17 Grad erwartet werden, kommt am Dienstag echtes Schmuddelwetter in den Norden. Vor allem an der Küste Schleswig-Holsteins wird es ungemütlich.

16.09.2019

Ob in Ratzeburg, Reinfeld, Lübeck oder Eutin: Wer in der Region eine schwere Straftat begeht, landet irgendwann in dem früheren Kasernengebäude an der Schwartauer Allee in Lübeck. Dort sitzt das Landgericht. Die LN warfen einen Blick hinter geheime Türen und erklären, wie so ein Gericht funktioniert.

16.09.2019

Auf der A 1 haben am Montag Bauarbeiten zwischen Stapelfeld und Ahrensburg begonnen. Für Autofahrer wird es eng auf der Autobahn zwischen Lübeck und Hamburg: Für rund eine Woche stehen in beiden Richtungen jeweils nur zwei statt drei Fahrspuren zur Verfügung.

16.09.2019