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Norddeutschland Sollen Wölfe gejagt werden?
Nachrichten Norddeutschland Sollen Wölfe gejagt werden?
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18:10 28.04.2018

Milliarden-Gewinn durch kleinere Klassen: Es lohnt sich, mehr Geld in die Volksschulen zu investieren. Nicht durch bessere Ausstattung mit Tablets und schnellerem Internet, sondern durch kleinere Klassen. Das hat eine Analyse des linksliberalen dänischen Forschungsinstituts Cevea im Auftrag des Politik-Portals Altinget ergeben. Die Gesellschaft bekomme das Achtfache des Geldes zurück, das sie heute für die Senkung der Schülerzahlen in den Volksschulklassen – bis zum achten Schuljahr – investieren muss. Zusätzliche Lehrer und Klassenzimmer würden Staat und Kommunen jährlich rund 3,5 Milliarden Kronen (500 Millionen Euro) kosten. Diese Investitionen amortisierten sich aber im Laufe der Jahre. Denn durch die verbesserten Leistungen der Schüler erhöhe sich im späteren Berufsleben ihre Produktivität Jahr für Jahr um 1,33 Prozent.

Angst vor dem „bösen Wolf“: In der dänischen Bevölkerung geht die Angst vor dem Wolf um – vor allem in Jütland, wo in jüngster Zeit wiederholt streunende Einzeltiere aufgetaucht sind und schon Weidetiere gerissen haben. Vor wenigen Tagen hat ein Mann in Westjütland einen Wolf erschossen und ist deshalb von der Polizei festgenommen worden. Jetzt sollen die Wölfe der Freiheit beraubt oder sogar erschossen werden, fordert eine Mehrheit im Folketing. Denn Dänemark sei zu klein für den Wolf. Die größte Partei im dänischen Parlament, die oppositionellen Sozialdemokraten, wollen, dass die zugewanderten vierbeinigen Neubürger eingefangen und hinter Gitter beziehungsweise Zäune gebracht werden – in Deutschland, woher sie kommen, oder in Dänemark.

Radikaler ist die Forderung der rechtspopulistischen Dänischen Volkspartei (DF): Die Wölfen sollen zum Abschuss freigegeben werden. Diese Forderung unterstützen auch die Konservativen, Mitglied der Dreierkoalition, die die Minderheitsegierung Lars Løkke Rasmussens trägt. Die Parteien stehen mit ihrer Forderung aber vor dem Problem, dass die Wölfe EU-weit geschützt sind.

Nur Geldbußen im Kinderporno- Skandal: Die über 1000 jungen Leute, die in Dänemark wegen der Verbreitung von Kinderpornographie im Internet angeklagt sind, werden voraussichtlich nicht wegen einer Straftat verurteilt. Sie müssen nur mit Geldbußen rechnen. Das zeigen die Urteile der Gerichte Östre und Venstre Landsret in Berufungsverfahren gegen Beschuldigte, die zuvor von Amtsgerichten in acht Musterverfahren zu kürzeren Haftstrafen auf Bewährung verurteilt worden waren. Es ging um ein verwackeltes Handy-Video, das einen 15-Jährigen beim Geschlechtsverkehr mit einem ebenfalls 15 Jahre alten Mädchen zeigt. Es war, wie kürzlich berichtet, über den Facebook Messenger an über 1000 junge Leute verteilt und von diesen weiterverbreitet worden.

In den Berufungsverfahren vor den beiden höheren Instanzen wurden die Urteile der Amtsgerichte aufgehoben und nur Geldbußen in Höhe weniger Tausend Kronen verhängt. Die Richter des Östre und Venstre Landsret glaubten den Angeklagten, dass sie auf den unscharfen Videos nicht erkennen konnten, dass das Mädchen und der Junge noch keine 18 Jahre alt waren.

LN