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Norddeutschland Sonniger Hafengeburtstag
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18:10 06.05.2017
Der russische Viermaster „Kruzenshtern“ (hinten) und das rote Museumsschiff „Elbe 3“ gestern beim Hafengeburtstag. Quelle: Foto: Chr. Gateau/dpa
Hamburg

. Es riecht nach Holzkohle und Bratwurst, aus den Boxen der „Jolly Roger“-Bühne dröhnt ohrenbetäubend laute Punkmusik. Die Band auf dem Podium gibt alles, doch von den meisten der vorbeigehenden Besucher ernten sie nur verständnislose Blicke. Ein paar hundert Meter weiter spielt eine Bigband bekannte Popsongs und Schlagerhits nach – hier bleiben mehr Menschen stehen. Genau das macht den Hamburger Hafengeburtstag aus, er will für alle Geschmäcker etwas bieten. Das Publikum ist gemischt und vielfältig.

Auch am zweiten Tag des größten Hafenfestes der Welt wird ausgelassen gefeiert. Bei milden Temperaturen schieben sich die Massen durch die „Hafenmeile“, die von der Fischauktionshalle bis zur Hafencity reicht. Ilse Löns (62) und ihr Mann Albert (57) sind extra aus München angereist. Der Besuch in der Hansestadt zum Geburtstagswochenende des Hafens war schon lange geplant. „Bei uns gibt es sowas nicht. Die vielen Schiffe, der Wind und das Wasser – einfach toll“, erzählt Ilse, während ihr Mann genüsslich in sein Fischbrötchen beißt. Am Vorabend haben sie sich bereits die Einlaufparade angesehen. Der 828. Hafengeburtstag lockt aber auch viele Hamburger an die Elbe, etwa Taxiunternehmer Helmut (79) und Ursula (74) Nielsen. Beide waren bislang jedes Jahr auf dem Volksfest.

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Partnerland ist in diesem Jahr Frankreich, das mit seiner Hafenstadt Nantes vertreten ist. Die junge Französin Julie, die an einem der französischen Stände am Kehrwieder nahe der Elbphilharmonie arbeitet, genießt auch den Trubel. Doch sie macht sich auch Sorgen über den Ausgang der heutigen Wahlen. „Es ist schon schade, dass das Hafenfest am Wahlwochenende stattfindet. Ich wäre jetzt gerne zu Hause“, sagt sie.

Besonders auffällig ist die hohe Polizeipräsenz. Und wer Schiffe besichtigen will, darf keine Taschen oder Rücksäcke mit an Bord nehmen. Auch Drohnen sind verboten. Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) hatte jedoch bereits vorab betont, dass der Hafengeburtstag „in keiner Form anschlaggefährdet“ sei.

LN