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Norddeutschland Ladestationen für E-Autos: Der Bund soll zahlen
Nachrichten Norddeutschland Ladestationen für E-Autos: Der Bund soll zahlen
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19:07 02.04.2019
Städte und Gemeinden fordern vom Bund, den Aufbau eines dichten Netzes von Ladesäulen für Elektroautos zu bezahlen. Quelle: Stefan Sauer/dpa
Lübeck/Berlin

Beispiel Lübeck: Gerade mal 32 Ladestationen weist das Online-Such-Portal auf den Internetseiten der Stadtwerke in der Stadt und ihrem Umland aktuell aus. „Wir selber betreiben neun öffentliche Ladesäulen, dazu einen Schnelllader auf unserem Betriebsgelände“, sagt Stadtwerke-Mitarbeiterin Monique Günther. In Bad Oldesloe sind es gerade mal vier, in Eutin sechs.

Mehr Ladesäulen sollen her – für Privatautos, aber auch Busse

Dabei seien gerade die Städte mit dem bisherigen Aufbau von öffentlich zugänglichen Ladesäulen schon in Vorleistung gegangen, sagt Städtetagspräsident Markus Lewe. Das reiche aber nicht angesichts des erwarteten Anstiegs beim Verkauf von Elektrofahrzeugen. Der Bund solle zudem neben privaten Ladestationen auch Ladeeinrichtungen für den öffentlichen Nahverkehr mit Elektrobussen und städtische Fahrzeuge fördern – und das in allen Städten, nicht nur in jenen mit hohen Stickoxid-Werten.

Die hohen Installationskosten schrecken viele Interessenten ab

Die bisherige Förderung reicht nicht, sagt Bürgermeister Jan Lindenau. Quelle: Lutz Roeßler

„Ich unterstütze diese Forderung voll“, sagt auch Lübecks SPD-Bürgermeister Jan Lindenau. Was es derzeit an Förderung gebe, reiche für einen dynamischen Ausbau der Lade-Infrastruktur einfach nicht aus. Und auch für die kleineren Orte im Land ist das ein Thema, sagt Gemeindetags-Geschäftsführer Jörg Bülow. So gäbe es etwa erste Dörfer, die Carsharing-Projekte mit E-Autos starten. Auch Tourismus-Orte müssten ihren Besuchern Ladestationen anbieten können.

Und: Der Bund sollte auch nicht-öffentlich zugängliche Ladestationen fördern, etwa auf Mitarbeiter-Parkplätzen von Unternehmen. „Wie sollen die Angestellten denn sonst E-Autos für den Arbeitsweg nutzen können?“, sagt Bülow. Katherina Reiche vom Verband kommunaler Unternehmen fordert zudem Ladepunkte in Parkhäusern oder vor Supermärkten ein. Kathrin Ostertag, Energie-Expertin der IHK zu Lübeck, rät zur Förderung zusätzlicher Schnell-Ladesäulen.

Das Problem: Während sich der Strom an solchen Säulen noch eins zu eins weiterverkaufen lässt, sind die Installationskosten sehr hoch, für eine Doppel-Ladesäule kommen leicht 25 000 Euro zusammen. Auch die kommunalen Spitzenverbände hätten an ihrer Zentrale in Kiel eine E-Ladestation bauen wollen, sagt Bülow. Auf eigenem Grund. Fördergelder? Fehlanzeige. Man nahm Abstand von dem Plan

Kaum Elektroautos auf Deutschlands Straßen

83 175 Fahrzeugemit reinem Elektro-Antrieb waren laut Kraftfahrtbundesamt am 1. Januar 2019 in Deutschland zugelassen. Am 1. Januar 2018 waren es erst 53 861. Dennoch liegt ihr Anteil an allen hierzulande zugelassenen Fahrzeugen nach wie vor nur bei 0,2 Prozent. Dazu kommen 341 411 Hybrid-Autos mit einem Verbrennungs- und einem unterstützenden Elektromotor. Selbst die Zahl der gasbetriebenen Fahrzeuge ist mit rund 476 000 nach wie vor höher, allerdings mit sinkender Tendenz. Es gibt außerdem 15,1 Millionen Diesel (32,2 Prozent) und 31 Millionen Benziner (65,9 Prozent).

Ladesäulen sind kein Profitcenter. Damit verliert man bislang nur Geld. Und deshalb muss der Bund ihren Aufbau zumindest in der Anfangsphase der Verkehrswende auch mit fördern“, sagt Städteverbands-Geschäftsführer Marc Ziertmann. Der Eigentümerverband „Haus & Grund“ fordert zudem rechtliche Erleichterungen. So sollten zum Beispiel in Wohnanlagen künftig nicht mehr alle Miteigentümer zustimmen müssen, damit eine Ladesäule etwa in die Tiefgarage eingebaut werden kann und von allen gemeinsam finanziert wird.

Scheuer will eine Milliarde Euro bereitstellen

SPD-Bundesjustizministerin Katarina Barley hat dabei Unterstützung zugesagt. Die allerdings ist auch billig zu haben. CSU-Verkehrsminister Andreas Scheuer hat für 2020 immerhin ein Förderprogramm für private Ladestationen beantragt. Umfang: Eine Milliarde Euro. Ob es im Bundeskabinett durchkommt, ist offen.

Wolfram Hammer

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